Konstanz: Hund mit „zu verschenken“-Hinweis ausgesetzt – PETA bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise

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Tierquäler gesucht: Medienberichten zufolge wurde am Dienstagmorgen, dem 11. März, ein Hund im Konstanzer Stadtteil Paradies ausgesetzt. Eine Passantin entdeckte ihn angeleint an einem Poller – mit einem Schild: „1 Hund mit 2 Rucksäcken + seinen Sachen drin zu verschenken“. Neben dem Hund standen zwei Schalen mit Wasser und Nahrung sowie eine Tasche, in der ein bulgarischer Heimtierausweis und Unterlagen eines Tierarztes gefunden wurden. Die Dokumente ergaben Hinweise auf die Halterin. Die Polizei brachte den Vierbeiner in ein Tierheim und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 07531 9952222.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich entweder bei der Polizeiinspektion Kyffhäuser oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Wir möchten helfen aufzuklären, wer den Hund einfach zurückgelassen und damit seinen Tod in Kauf genommen hat“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Der ehemalige Hundehalter oder die Halterin hätte genug Verantwortungsbewusstsein zeigen und ein Tierheim um Hilfe bitten müssen, anstatt den Vierbeiner sich selbst zu überlassen. Ihn schutzlos auszusetzen, ist tierschutzwidrig und muss bestraft werden. Wir hoffen auf zielführende Hinweise aus der Bevölkerung, um das ehemalige Zuhause des Hundes zu ermitteln.“

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist und ebenso den Straftatbestand der Tierquälerei nach Paragraf 17 des Gesetzes erfüllen kann. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Das Tierschutzgesetz greift auch, wenn Halter die Tiere nicht artgerecht unterbringen und versorgen oder notwendige Hilfeleistungen unterlassen.

Adoptieren statt kaufen

Hunde beim Züchter zu kaufen, verschärft die Notsituation von heimatlosen Tieren. In deutschen Haushalten leben bereits über 10,6 Millionen Hunde [1]. Um die Nachfrage nach bestimmten „Rassen“ zu befriedigen, „produzieren“ Züchter jedoch weiterhin reichlich Nachwuchs – dabei werden jährlich allein in Deutschland insgesamt etwa 350.000 Tiere im Tierheim abgegeben oder einfach ausgesetzt. 25 bis 30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim. PETA appelliert daher an alle Tierfreunde, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.

Quellen

[1] Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF): Heimtierpopulation in Deutschland 2023, online abrufbar unter: https://www.zzf.de/marktdaten/heimtiere-in-deutschland (11.07.2024).

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