Laut einem Medienbericht wurden am Dienstagabend in einem Waldstück bei Ilten 47 ausgesetzte Meerschweinchen entdeckt. Sie befanden sich in zwei Kartons und seien in einem schlechten Pflegezustand gewesen. Ein Tier hatte einen großen Abszess am Hals. Bei 28 Meerschweinchen handelt es sich um männliche Tiere, 19 sind weiblich. Ihr Fell ist überwiegend schwarz-weiß gefärbt, einige haben zusätzlich braune Fellanteile. Die Meerschweinchen werden nun in einem Tierheim versorgt. Die Region Hannover bittet um Hinweise per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 0511/616-22095.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Menschen, die etwas beobachtet haben oder anderweitige Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Region Hannover, bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Wir möchten helfen aufzuklären, wer die Meerschweinchen sich selbst überlassen hat. Eine solche Tat kann schwere körperliche und psychische Leiden bei den betroffenen Tieren verursachen“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Die verantwortliche Person hätte genug Verantwortungsbewusstsein zeigen und stattdessen ein Tierheim um Hilfe bitten müssen. Die Meerschweinchen einfach auszusetzen, ist tierschutzwidrig und muss bestraft werden.“
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
