Leipzig / Stuttgart, 10. März 2020 – Löwen retten statt züchten: Am Montag hat Löwin Kigali im Leipziger Zoo ihre fünf Babys attackiert, eines der Tierkinder sofort und ein weiteres in der Nacht zum Dienstag getötet. Dies ist nicht der erste tragische Vorfall dieser Art: Erst vergangenen August tötete die Löwin ihre beiden damaligen Babys während der Fellpflege und aß sie. Kigali kam 2016 aus Frankreich nach Leipzig. In der Natur bleiben weibliche Löwen in der Regel ihr Leben lang in ihrem Rudel. Die Herausnahme einzelner Tiere aus sozialen Strukturen sowie unnatürliche und viel zu kleine Gehege verursachen häufig schwere Verhaltensstörungen bei Großkatzen in Gefangenschaft, die sich in Stereotypien oder aggressivem Verhalten äußern können. PETA appelliert daher nun erneut an die Zooleitung, die Löwenzucht einzustellen und künftig ausschließlich Großkatzen aus Zirkusbetrieben aufzunehmen. Bereits nach dem Tod der Angola-Löwin Luena im März 2015 und nach dem Vorfall letzten August hatte die Tierrechtsorganisation die Zooleitung um einen Nachzuchtstopp gebeten. PETA weist darauf hin, dass die Aufnahme geretteter Raubkatzen dem Zoo Sympathien und gesteigertes Besucherinteresse einbringen würde.
„Die Herumschieberei von Löwen in Europa im Namen der sogenannten Erhaltungszucht ist eine Sackgasse, denn Großkatzen können verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden. Für die Tiere bedeuten die Zuchtprogramme großes Leid, denn ihr Leben ist alles andere als artgerecht oder natürlich“, sagt Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Wir fordern den Zoo Leipzig nun erneut nachdrücklich auf, die Zucht zu stoppen und seine Tore stattdessen für notleidende Tiere aus dem Zirkus zu öffnen.“
Hintergrundinformationen
Etwa 150 Tiger und Löwen leiden in deutschen Wanderzirkussen unter der Haltung in engen Käfigwagen und der Dressur mit der Peitsche. Veterinärbehörden vermeiden dringend erforderliche Beschlagnahmungen der Großkatzen, da für diese Tiere keine geeigneten Auffangstationen zur Verfügung stehen.
Der Bundesrat forderte in seiner mittlerweile dritten Entschließung ein Zirkusverbot für Wildtiere, dem die Bundesregierung bislang nicht nachkam. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und sämtliche Agrarminister der Länder für ein Verbot aus. Bundesweit haben bereits 100 Städte und Kommunalvertretungen ein kommunales Zirkus-Wildtierverbot beschlossen. PETA weist darauf hin, dass sich auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ausspricht: Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
Löwen gehören nicht in den Zirkus / © PETA Deutschland e.V.
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