Laucha: Krokodil in Badesee gesichtet – PETA fordert generelles Haltungsverbot von gefährlichen Tieren in Sachsen-Anhalt

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Laucha / Stuttgart, 31. August 2020 – Krokodil ausgesetzt: Einem Medienbericht zufolge wurde am Donnerstagabend vergangene Woche ein Krokodil in der Unstrut gesichtet. Laut Polizei werden die Hinweise der Zeugen sehr ernst genommen. In der Folge erteilte der zuständige Landrat Götz Ulrich ein Badeverbot für die Badestellen zwischen der Landesgrenze Thüringen bei Wendelstein und der Einmündung in die Saale bei Naumburg. PETA fordert ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten.
 
„Es ist keine Seltenheit, dass exotische Lebewesen in Wäldern, auf Feldern und in Badeseen ausgesetzt werden. Mittlerweile häufen sich die Fälle, Tierheime und Tierschutzvereine kommen mit den Exoten an ihre Kapazitätsgrenzen“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Viele Halter kaufen sich die Tiere unüberlegt auf Börsen und im Internet und sind nach kurzer Zeit mit den Ansprüchen der Exoten überfordert. Ein Lebewesen dann einfach zu ‚entsorgen‘, ist nicht nur gefährlich für Menschen und andere Tiere, sondern verstößt auch gegen das Gesetz“.
 
PETA weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist und mit hohen Geldbußen geahndet werden kann. Das Tierschutzgesetz greift auch, wenn Halter die Tiere nicht artgerecht unterbringen und versorgen oder notwendige Hilfeleistung unterlassen.
 
PETA fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten
Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr hunderte exotische Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Laien einfach ausgesetzt. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten [1]. Die Tierrechtsorganisation setzt sich daher für ein grundsätzliches Verbot von exotischen Tieren in Privathand ein.
 
Das Ergebnis einer neuen Studie, welche vom Bundesumweltministerium (BMU) im März 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit exotischen Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss. „Auch Deutschland und Europa tragen mit dazu bei, dass Arten in ihren Ursprungsländern zunehmend gefährdet sind. Das betrifft ganz direkt die Nachfrage nach exotischen Wildtieren für den deutschen Heimtiermarkt“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze [2].
 
Auch wenn es sich um ungiftige Tiere handelt, können Exoten gefährlich für den Menschen sein: Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten; geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zu Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her [3].
 
[1] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress.
[2] www.bmu.de/pressemitteilung/neue-studie-zeigt-handlungsbedarf-beim-schutz-von-exotischen-wildtieren/
[3] Robert Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Reptilienhandel
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Reptilienchronik
PETA.de/Coronavirus-Tiermarkt
 
Pressekontakt:

Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]
 

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