Tierrechtsorganisation PETA warnt Reisende
Tierrechtsorganisation warnt: Angesichts des Ausbruchs des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) in Saudi-Arabien gibt PETA Asien einen dringlichen Reisehinweis heraus. Die Organisation bezieht sich dabei auf das japanische Außenministerium, das Hongkonger Zentrum für Gesundheitsschutz und das taiwanesische Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt. Zu ihrer eigenen Sicherheit und auch zum Wohl der Tiere wird Besuchenden dazu geraten, jeglichen Kontakt mit Kamelen zu vermeiden – auch mit solchen, die an touristischen Stätten zum Reiten gezwungen werden. Kamele gelten als Überträger der potenziell tödlich verlaufenden Virus-Atemwegserkrankung MERS.
„Grausamkeit und Seuchen entspringen diesen schändlichen ‚Attraktionen‘, bei denen Kamele erbarmungslos geschlagen, bis zum Umfallen beritten und in dreckigen Schlachthäusern auf grausame Weise getötet werden“, so Jason Baker, Senior Vice President von PETA Asien. „PETAs dringender Reisehinweis soll sowohl Touristinnen und Touristen als auch Kamele, die für Urlaubsattraktionen ausgebeutet werden, vor Leid und vorzeitigem Tod bewahren.“
Ermittlungen decken auf: So leiden Kamele in Ägypten
PETA-Ermittlungen haben gezeigt, wie Kamele bei Ausritten und Fototerminen an touristischen Stätten wie den Pyramiden von Gizeh gewaltsam behandelt und regelmäßig geschlagen werden. Auf dem berüchtigten Kamelmarkt im ägyptischen Birqash wurde ein totes Kamel mit den Füßen an einen Lastwagen gebunden und durch die Straßen geschleift. Ein anderes Tier wurde mit aufgeschlitzter Kehle mitten auf der Straße gefunden. Wenn Kamele nicht mehr als nützlich gelten, werden sie zum Schlachthof getrieben, wo ihnen teils bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten wird.
Warnung des Auswärtigen Amts
Besonders in Saudi-Arabien, Jordanien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und Kuwait können sich Reisende mit dem MERS-Virus infizieren. Das Auswärtige Amt warnt daher seit Jahren vor dem Kontakt mit Kamelen und Dromedaren. PETA weist zudem darauf hin, dass viele Krankheiten, die in den vergangenen Jahren Epidemien oder Pandemien ausgelöst haben, ursprünglich von Tieren auf Menschen übertragen wurden. Dazu gehören unter anderem AIDS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, SARS, Ebola, Zika, COVID-19 und MERS.
Informationen des RKI zum MERS-Coronavirus
Das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) im April 2012 erstmals bei Patienten auf der arabischen Halbinsel nachgewiesen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Eine Infektion kann asymptomatisch oder mild verlaufen, aber auch zu schweren Erkrankungen führen. Bei schweren Verläufen kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein akutes Atemnotsyndrom übergehen kann. Ein häufiges Begleitsymptom ist Durchfall; außerdem kann es zu Nierenversagen kommen. Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf, wie beispielsweise Diabetes, Herzerkrankungen und chronischen Nieren- oder Lungenerkrankungen. Bislang wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 2.600 laborbestätigte Fälle (davon mehr als 900 Todesfälle) gemeldet, vor allem aus Saudi-Arabien.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.
