Lebender Hahn mehrere Tage auf Maibaum: PETA fordert Verein Borkumer Jungens und Veterinäramt auf, Tiermissbrauch für „Brauchtum“ zu stoppen

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Leidvolle Tradition: Jedes Jahr zu Pfingsten wird auf der Nordseeinsel Borkum ein lebender Hahn auf einem Maibaum platziert. Internetseiten der Insel zufolge wird das Tier jeweils am Pfingstsamstag in einem verschlossenen Korb auf den Maibaum gesetzt und soll dort über zwei Tage ausharren. Der Hahn wird als vermeintliches Wetter-Orakel benutzt. Initiator des tierschutzwidrigen Brauchtums ist der Verein Borkumer Jungens, der bereits im vergangenen Jahr durch das Schlagen von Frauen beim sogenannten Klaasohm in die öffentliche Kritik geriet. Mehrere Medienberichte hatten zur Folge, dass der Verein den Brauch künftig nicht mehr ausführen will. Im Dezember 2024 forderte die Tierrechtsorganisation das Veterinäramt in Leer sowie den Verein auf, auch den Einsatz eines lebenden Hahns zu untersagen bzw. zu unterlassen.

Umgang mit Hahn verursacht Tierleid

Für das Brauchtum wird bei der Maibaum-Aufstellung am Pfingstsamstag ein Hahn auf der Spitze des Baums platziert. Kräht er am Pfingstsonntag, soll dem Brauchtum zufolge eine gute Saison bevorstehen. Die Nutzung eines lebenden Tiers ist dabei unter mehreren Tierschutzgesichtspunkten kritisch zu sehen. Zum einen ist der Hahn über einen längeren Zeitraum in einem viel zu kleinen Käfig und außerhalb seines gewohnten Umfelds in Einzelhaltung eingesperrt und kann sich der Situation in derartiger Höhe nicht entziehen. Für die stressempfindliche Tierart kann dies zu erheblichem Leid führen. Zum anderen ist der Hahn jeglicher Witterung ausgesetzt und grundsätzlich gefährdet. Es ist jederzeit möglich, dass die provisorische Konstruktion zu Schaden kommt und der Hahn verletzt oder getötet wird. Zudem kann vermutlich nicht regelmäßig kontrolliert werden, ob die Versorgung des Hahns ausreichend gewährleistet ist und er sich noch in einem gesundheitlich unbedenklichen Zustand befindet. Für die Brauchtumsausübung lässt sich leicht eine tierleidfreie Alternative finden, zumal der Hahn bei der Maibaumaufstellung nur eine untergeordnete Rolle spielt.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.

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