Termineinladung: PETA Streetteam protestiert am Samstag vor Stuttgarter Wilhelma: „Artgerecht ist nur die Freiheit“

Aktive mit Tiermasken und in Sträflingskostümen demonstrieren vor der Stuttgarter Wilhelma

Ob „Überschuss-Tötungen“, verhaltensgestörte Tiere, das Verstümmeln von Vögeln oder das Einsperren von Menschenaffen und Elefanten: Zoos und Tierparks bedeuten Tierleid. Zuletzt hat eine umfangreiche Recherche von PETA unter anderem zahlreiche Verhaltensstörungen bei verschiedenen Tierarten in der Stuttgarter Einrichtung dokumentiert. Daher demonstriert das freiwillige PETA Streetteam am Samstag unter dem Motto „Artgerecht ist nur die Freiheit“ und fordert, die Zucht und Gefangenhaltung aller Tiere in Zoos und Tierparks auslaufen zu lassen.

Details zur Aktion:

Datum: Samstag, 21. Juni 2025
Uhrzeit: 11:30 bis 12:30 Uhr
Ort: Vorplatz der Wilhelma, Wilhelma 13, 70376 Stuttgart
Demoaufbau: Die Aktiven tragen Tiermasken und Sträflingskostüme.
Ansprechpartner vor Ort: Marie-Luise Vogel (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)

„Die dokumentierten Verhaltensstörungen und Verstümmelungen sprechen für sich“, so Streetteam-Leitung Marie-Luise Vogel. „In der Wilhelma sieht man etliche Tiere, die Stereotypien zeigen oder in den engen Gehegen apathisch wirken. Das ist kein Lernort, sondern ein Ort des Leids. Besucher erfahren hier nicht, wie Tiere leben – sondern wie sie in Gefangenschaft zugrunde gehen.“

PETA-Recherchen zeigen Leid der Tiere

Seit Jahren erhält PETA immer wieder Whistleblower-Berichte von eklatanten Missständen in der Wilhelma in Stuttgart. Die Tierrechtsorganisation machte sich deshalb im Juli und Oktober 2024 ein Bild von der Lage. Bei beiden Besuchen zeigten viele Tiere Verhaltensauffälligkeiten, die PETAs Einschätzung nach auf enormes psychisches Leid hinweisen: darunter gestresste Reptilien, die gegen die Glaswände ihrer Gefängnisse laufen oder Menschenaffen, die sich aus Frustration die Haare ausreißen und ihren eigenen Kot verzehren. Eine Elefantin, die auf engstem Raum eingesperrt ist, „webt“ – das heißt, sie schaukelt immer wieder mit Kopf und Körper hin und her. Darüber hinaus zeigen Aufnahmen der flugunfähig gemachten Flamingos, die erfolglos versuchen, zum Flug abzuheben, das Tierleid hinter dieser tierschutzwidrigen Praktik. All diese Missstände konnten dokumentiert werden. Die Tierrechtsorganisation geht deshalb davon aus, dass den Tieren durch ihre Haltungsform länger anhaltende erhebliche Leiden zugefügt wurden und werden. Daher hat sie im Januar 2025 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Wilhelma erstattet.

Zoos bedeuten Tierleid

PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft ein. Kein noch so großes oder für die Besucher optisch ansprechendes Zoogehege kann die Bedürfnisse der Tiere auch nur annähernd erfüllen.
Auch mit Artenschutz hat das Einsperren von Tieren in Zoos nach Ansicht der Tierrechtsorganisation nichts zu tun. Auswilderungen finden bei den allermeisten Tierarten nicht statt – in Gefangenschaft haben die Tiere nahezu keine Möglichkeit, Verhaltensweisen, die für ihr Überleben in der Natur unverzichtbar sind, zu erlernen.

Zudem erfüllen Zoos nach Auffassung von PETA keinen Bildungsauftrag: Das Publikum lernt durch die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft nichts über ihr natürliches Verhalten. Die bei vielen Tierarten in Zoos auftretenden Verhaltensstörungen werden dagegen vermehrt als normale Verhaltensweisen angesehen.

PETA fordert daher, finanzielle Mittel in den Schutz der natürlichen Lebensräume statt in die Nachzucht und Haltung von Tieren in Zoos zu investieren und die Haltung und Zucht von Tieren in Zoos auslaufen zu lassen.

Das PETA Streetteam Stuttgart ist ein Verbund freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen.

Dieses und weitere Bilder stehen hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten, wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.

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