PETA erstattet Strafanzeige gegen Verantwortliche und fordert Ende der kommerziellen Beförderung lebender Tiere
PETA erreichte eine Whistleblower-Meldung zu schwer verletzten Rindern auf der A65 in Richtung Karlsruhe. Laut der Meldung liefen am 25. Juli kurz vor der Abfahrt Bad Bergzabern zwei Rinder auf die Fahrbahn – eines davon blutverschmiert und stark humpelnd. Ein weiteres Tier soll regungslos unter der Leitplanke gelegen haben, ein anderes augenscheinlich tot zwischen Lkw und Anhänger. Die meldende Person habe zudem beobachtet, dass der Fahrer unbeteiligt am Transporter stand und auf seinem Handy tippte, anstatt den verletzten Tieren zu helfen. PETA hat am 28. Juli bei der Staatsanwaltschaft Landau in der Pfalz gegen die Verantwortlichen Strafanzeige erstattet, unter anderem wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung. Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken und Qualen verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst, sind erdrückender Enge und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Auch das Verletzungsrisiko in den voll belegten Transportern ist enorm. Immer wieder ereignen sich so Unfälle, die für die Tiere extremes Leid bedeuten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein ausnahmsloses Verbot von kommerziellen Tiertransporten.
„Es gibt keine schonenden Tiertransporte in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie. Bei Unfällen sterben Rinder, Schweine, Hühner, Puten oder andere Tiere langsam und qualvoll. Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass sie wie Ware behandelt werden“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld – nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“
Tiere auf vielen langen Routen nachweislich nur unzureichend versorgt
Rinder dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten oft sehr viel länger. Jede dieser Fahrten geht mit enormen Belastungen für die Tiere einher. Infolge der unzureichenden Versorgung sind sie gezwungen, auf den Transportern dicht an dicht in ihren eigenen Exkrementen auszuharren. Mitunter sind sie dabei extremer Hitze oder Kälte ausgesetzt. Oft sind die Transporter voll belegt, sodass nicht alle Tiere an die Tränken gelangen. Diese fassen bei enormer Hitze mitunter nicht genügend Wasser und sind lange vor der Ankunft leer – oder wurden nie befüllt. Auch Tierkinder, die noch auf Muttermilch angewiesen sind, müssen teils lange Fahrten ertragen.
Das Leid der Kühe in der Ernährungsindustrie
Kühe sind soziale Lebewesen, die lebenslange Freundschaften schließen und eine enge Bindung zu ihrer Familie haben. Für Ernährungszwecke werden die Tiere anhand ihres Nutzens für den Menschen beurteilt und wie Produktionsgüter behandelt. Ihr meist kurzes Leben verbringen sie in der Regel in überfüllten Ställen ohne Freilauf. Jedes Jahr werden mehr als 3 Millionen Rinder in deutschen Schlachthäusern getötet – oftmals ohne wirksame Betäubung. [1]

Das Foto kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
