Laut einem Medienbericht, hat ein Mann im Landkreis Börde seinen Hund nach einer Beißattacke auf ein zehnjähriges Mädchen getötet. Der Vorfall ereignete sich vergangene Woche am Mittwochnachmittag: Das Mädchen spielte gemeinsam mit Freunden auf der Straße vor dem Grundstück des Hundehalters, als ein Junge dessen Hoftor öffnete. In diesem Moment lief der Vierbeiner heraus und biss das Kind in die Wade. Der Halter hörte die Schreie, kam aus dem Haus und brachte den Hund zurück auf sein Grundstück – dort soll er das Tier anschließend auf brutale Weise getötet haben. Zum genauen Tötungsvorgang liegen derzeit keine Informationen vor, die Leiche wird aktuell untersucht. Gegen den Hundehalter wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. PETA hat am 9. September Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Magdeburg erstattet und fordert die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Sachsen-Anhalt.
„Wenn der Halter seinen Hund auf grausame Art und Weise tötet, ist es kaum vorstellbar, was das Tier körperlich und psychisch womöglich vor seinem Tod schon ertragen musste“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier. Unabhängig davon, ob ein Hund einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden. Dieser Mann sollte nie wieder Tiere halten dürfen.“
Hintergrundinformationen
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
