Tierquälerei und Exotenhandel mit geschützten Tieren – PETA erstattet Anzeige gegen Zoo & Co. in Murr und fordert umgehendes Handeln der Behörden

PETA erreichte Video-Material aus der Zoohandlung Zoo & Co. in Murr, auf dem etliche Tierschutzmissstände zu sehen sind. Darunter sind Hamster in Gruppenhaltung, ein Papagei mit Hautproblemen und ein Leguan in einem kleinen Terrarium. Zudem befinden sich dort etliche nach Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützte Spinnen in winzigen Plastikboxen. PETA hat die Zoohandlung beim Veterinäramt im Kreis Ludwigsburg angezeigt und fordert, dass die Missstände umgehend behoben und die Tiere in eine artgerechtere Unterkunft überführt werden. Die Tierschutzorganisation drängt außerdem auf einen Verkaufsstopp von fühlenden Lebewesen in Zoohandlungen.

„Die Zustände in der Zoohandlung machen deutlich, dass dort Tiere leiden. Darunter Vögel, eingesperrt in kleinen Käfigen, Hamster im Dauerstress, offensichtlich kranke Papageien, artgeschützte Spinnen in Plastikboxen und ein Leguan, der als Wildtier in einer Zoohandlung und auch in Privathand einfach nichts zu suchen hat“, so Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Tiere sind keine Ware. Wir setzen uns dafür ein, dass den Lebewesen in der Zoohandlung schnellstmöglich geholfen wird, und fordern das zuständige Veterinäramt zum Handeln auf.“

Laut der Meldung werden in der Zoohandlung Hamster in Gruppen gehalten und auch als Paare verkauft, obwohl diese Tiere grundsätzlich Einzelgänger sind. Gruppenhaltung führt bei Hamstern zu Stress und Aggressionen und ist deshalb ungeeignet. Die Hautprobleme des Papageis könnten auf einen Pilzbefall zurückzuführen sein. Leguane leben in verschiedenen Lebensräumen, darunter tropische Regenwälder aber auch in Küstenregionen. Manche durchstreifen große Gebiete in der Natur. Die Haltung von Vogelspinnen in Plastikboxen entspricht nicht ihrem natürlichen Lebensraum, denn in der Natur leben die Tiere je nach Art in ihren eigenen Revieren, bauen sich Höhlen unter Wurzeln und Blattstrukturen, leben auf dem Boden, in der Erde oder klettern auf Bäume. All das natürliche Verhalten wird ihnen in Gefangenschaft genommen.

Missstände in der „Produktion“ von Tieren für den Zoohandel

PETA veröffentlichte bereits 2015 Aufnahmen aus Massenzuchtbetrieben, die bekannte deutsche Zoohandelsketten und Baumärkte mit Tieren belieferten. Schon damals wurden traurige Zustände in der „Produktion“ der Tiere offengelegt: zentimeterhohe Fäkalien in den Käfigen, verwesende Tierleichen und Kannibalismus unter den Tieren. Stark vernachlässigt, erkrankten und starben viele von ihnen schon in den Zuchtanlagen. In zahlreichen Gesprächen in den Folgejahren sicherten die betroffenen Unternehmen zu, Tierleid künftig durch Maßnahmen und neue Standards auszuschließen. 2022 folgte eine weitere PETA-Veröffentlichung zur „Produktion“ von Tieren, die in Zoohandlungen verkauft werden – mit ähnlichen Bildern. Die Aufnahmen zeigen Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und Vögel im Dauerstress. In meist völlig überfüllten Regalsystemen, übereinandergestapelten Plastikboxen und Käfigen kämpfen sie um ihr Leben. Eine andere Szene rückt eine mit toten Tieren gefüllte Gefriertruhe in den Fokus.

Adoptieren anstatt kaufen

In deutschen Haushalten leben knapp 35 Millionen Kleinsäuger, Hunde, Katzen und Vögel. Um die Nachfrage zu bedienen, „produzieren“ Züchterinnen und Züchter am laufenden Band „Nachschub“. Gleichzeitig warten in Deutschland jährlich Hunderttausende nicht mehr gewollte Tiere in Tierheimen auf ein neues Zuhause. Viele Einrichtungen haben in den vergangenen Monaten einen Aufnahmestopp verhängt. PETA appelliert daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu schenken.

Dieser Leguan lebt in einem kleinen Terrarium in der Zoohandlung. / © PETA Deutschland e.V.

Dieses und ein weiteres Foto können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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