Erneute Ermittlung gegen Büdinger Hundehändlernetzwerk: PETA und Influencer Nathan Goldblat decken illegalen Welpenhandel auf

Jana Hoger und Nathan Goldblat retten zwei Welpen.

Polizei beschlagnahmt zwei Hundebabys und eine erwachsene Hündin / Tierschutzorganisation erstattet Strafanzeige

Seit Monaten agiert ein kriminelles Hundehändlernetzwerk im Raum Büdingen. Bereits im August konnte PETA einen Welpenhandel in einer Büdinger Verkaufswohnung aufdecken. Obwohl die Veterinärbehörde Wetteraukreis umgehend über den Vorfall informiert wurde, schalteten die zwei beschuldigten Frauen weiterhin täglich Inserate, in denen sie Toypudel- und Maltipoowelpen anboten, scheinbar ohne Konsequenzen. Mehrere Personen berichteten PETA inzwischen von kranken und verstorbenen Tieren aus demselben Netzwerk. Am vergangenen Freitag recherchierte eine PETA-Ermittlerin in der Orleshäuser Hauptstraße, diesmal gemeinsam mit Influencer Nathan Goldblat. Vor Ort fand das Team einen erwachsenen Hund, zwei Welpen, Urinmatten und dutzende Hundekäfige verteilt in den Räumlichkeiten. Außerdem eine Box mit Impfdosen, blanko EU-Heimtierausweisen und Mikrochips. Da diese grundsätzlich nur von Tierärztinnen und Tierärzten verabreicht, ausgestellt bzw. implantiert werden dürfen, liegt mutmaßlich ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz sowie eine mögliche Dokumentenfälschung vor. Nach Sicherung aller Beweise zogen die Ermittler die Polizei hinzu. Die Tiere wurden beschlagnahmt und in ein lokales Tierheim gebracht. PETA erstattet Strafanzeige und fordert ein sofortiges Tierhalteverbot für die Händlerinnen.

„Der Fall in Büdingen macht fassungslos und zeigt einmal mehr, wie abgebrüht die Welpenhändlerinnen hier agieren. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass wir auf die Grausamkeiten der beiden Frauen aufmerksam machen – und endlich mit einem wichtigen Erfolg für die Tiere“, so PETA-Fachreferentin und Tierpsychologin Jana Hoger. „Die zuständige Veterinärbehörde muss nun endlich durchgreifen und die beiden Händlerinnen für immer stoppen. Wir hoffen, dass die Welpen und die Hündin nun in ein liebevolles Zuhause ziehen dürfen.“

„Der illegale Welpenhandel hat in Deutschland ein enormes Ausmaß angenommen. Über 15.000 Welpen werden monatlich auf deutschen Plattformen gehandelt“, so Nathan Goldblat, Influencer und Content Creator. „Wir sind dankbar, dass wir wieder einmal ein kriminelles Netzwerk aufdecken konnten und hoffen, dass die beiden Welpen überleben.“

Nathan Goldblat und die PETA-Ermittlerin hatten sich als Kaufinteressenten ausgegeben. In der Wohnung wurde den Ermittlern ein Welpe und die vermeintliche Hundemutter vorgestellt. Das Hundebaby sollte für 2000 Euro verkauft werden. Einen weiteren Welpen entdeckte die Polizei in einem Zimmer der Wohnung. Gemeinsam mit dem Veterinäramt Wetteraukreis wurde entschieden, dass auch die erwachsene Hündin aus der Wohnung beschlagnahmt wird. Goldblat begleitet das PETA-Team bereits zum sechsten Mal bei verdeckten Ermittlungen gegen den illegalen Welpenhandel.

Wien setzt Zeichen gegen Welpenhandel: Strafen auch für Käufer illegal gehandelter Tiere

In Wien gilt seit der letzten Tierschutzgesetznovelle, dass auch der Kauf von Welpen aus illegalem Handel unter Strafe gestellt wird. Käufer von illegal gehandelten Tieren müssen mit Strafen von bis zu 3.750 Euro rechnen. PETA appelliert an die deutsche Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen – denn nur so kann das Tierleid effektiv beendet werden.

Welpenhandel ist kein Einzelfall

Noch immer floriert das Geschäft mit Tierbabys über Internetportale. Händler verlangen für die Welpen häufig mehrere tausend Euro. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. In vielen Fällen kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort harren Hundemütter auf „Welpenfarmen“ tagtäglich, teils ohne Tageslicht in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien aus. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten. Die Mütter werden in ihrem kurzen Leben in dieser Branche für nur einen Zweck missbraucht: dauerhaft Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, verwurmt, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich.

Um PETA bei der Aufdeckung von illegalem Welpenhandel zu unterstützen, können Verdachtsfälle direkt über die Welpenhandel-Meldeseite der Tierrechtsorganisation gemeldet werden.

Jana Hoger und Nathan Goldblat retten zwei Welpen.
Ein Welpe in einer Decke.

Dieses und weitere Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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