Kritik an Pferdeshow „Cavalluna – Tor zur Anderswelt“ in Neubrandenburg: PETA-Veröffentlichung belegt Verbindung von Reitern zur Stierkampf-Szene

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Am kommenden Wochenende wird in Neubrandenburg die neue Cavalluna-Show „Tor zur Anderswelt“ aufgeführt. Bildmaterial aus Shows und Proben der vorherigen Spielzeit, das den tierschutzwidrigen Umgang mit den Pferden zeigt, veranlasste PETA dazu, im Mai dieses Jahres Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei Cavalluna zu erstatten. Nun zeigt eine aktuelle PETA-Veröffentlichung die Verbindungen zwischen bei Cavalluna engagierten Teams (Equipen) und der grausamen Stierkampfszene auf. Die Teams von Sebastián Fernández und Laury Tisseur treten regelmäßig bei Cavalluna auf. Zwei Reiter dieser Teams sind bzw. waren aber auch in Spanien und Frankreich als Stierkämpfer zu Pferd aktiv. [1,2] PETA setzt sich dafür ein, dass der Einsatz von Pferden in Unterhaltungsshows beendet wird. An das Publikum richtet sich die Tierrechtsorganisation mit der dringenden Bitte, die von Ausbeutung geprägten Veranstaltungen künftig nicht mehr zu besuchen.

„Die Cavalluna-Veranstalter schmücken sich mit einem Image vermeintlicher Tierliebe und präsentieren dem Publikum eine märchenhafte Fantasiewelt. Dabei sieht die Realität ganz anders aus“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Tatsache, dass dort Stierkämpfer auftreten dürfen, ist ein weiteres Puzzleteil in einem Gesamtbild, das zeigt, wie Tiere in dieser Branche systematisch für Showzwecke missbraucht werden.“

Familie Fernández, deren Equipe seit Jahren regelmäßig bei Cavalluna auftritt, führt ein Gestüt in Granada. Dort werden Pferde sowohl für die Shows als auch für die Teilnahme am Stierkampf trainiert. [3] Sebastián Fernández Sr. ist Leiter der Equipe und seit den 1980er-Jahren in der Stierkampfszene aktiv. [4] Der Sohn, Sebastián Fernández Jr., ist seit 2019 Stierkämpfer zu Pferd (Rejoneador) und hat laut spanischen Fachmedien regelmäßig Stierkampf-Auftritte bei spanischen Volksfesten. [4] Zuletzt traten Vater und Sohn 2022/23 gemeinsam bei „Cavalluna – Geheimnis der Ewigkeit“ auf. [5] Auch Reiter Laury Tisseur hat seit Jahren Engagements bei den Cavalluna-Pferdeshows, etwa 2024/25 bei „WinterWünscheLand“, und wird auch in „Tor zur Anderswelt“ wieder auftreten. Tisseur war in den 2010er-Jahren als Stierkämpfer hauptsächlich in Frankreich aktiv und trainierte nach eigenen Angaben regelmäßig mit Stierzüchtern in seiner Region. [6]

Kein Ende von gewaltsamer Dressur trotz wiederholter Kritik

Seit Jahren erhält PETA immer wieder Whistleblower-Meldungen zu Missständen bei Auftritten von Cavalluna. Das umfangreiche Videomaterial aus mehreren Cavalluna-Shows und Dressurproben der vorherigen Saison belegt einem Fachgutachten und PETAs Einschätzung nach, den tierschutzwidrigen Umgang mit den Tieren. Deshalb hat die Tierrechtsorganisation im Mai 2025 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin (Aktenzeichen PETA: 55/25 HH) erstattet. Sie richtet sich gegen die Geschäftsführung und Mitarbeitende in verantwortungsvollen Positionen bei Cavalluna (Apassionata World GmbH) sowie die auftretenden Reitteams.

Dressurvorführungen sind mit der Lebenswelt von Pferden unvereinbar

Die Aufnahmen zeigen unter anderem den wiederkehrenden Einsatz der sogenannten Rollkur. Bei dieser Reitweise wird der Pferdehals stark überdehnt und nah an die Brust gezogen, die Sicht und Atmung der Tiere eingeschränkt. Im Training gehen die Verantwortlichen roh mit den Tieren um. Nachdem ein Pferd im Galopp stürzt, wird lediglich die Reiterin ausgetauscht, das verunfallte Tier muss weiter proben. Das kann durchaus gesundheitsschädlich sein. Ein Pferd wird mit Peitschenschlägen zur Kapriole bewegt. Dies ist ein unnatürlich hoher Sprung, bei dem das Tier mit den Hinterbeinen ausschlägt. Neben den körperlichen Gefahren werden die Fluchttiere bei Cavalluna Stress und Angst ausgesetzt. Denn nach Aufmerksamkeit heischende Feuer-, Licht- und Soundeffekte sind feste Bestandteile des Programms und sollen Publikum anziehen. In vielen Szenen zeigen Pferde Zeichen von Unwohlsein wie angelegte Ohren, starkes Schweifschlagen und Widersetzlichkeit.

Foto- und Videomaterial der Shows stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] YouTube (Kanal: @canalsur): TodoCaballo | Lecciones de rejoneo para principiantes, con la familia de Sebastián Fernández. Online abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=xaWpMRaulZI. (15.​10.​2025).​
[2] La Provence (07.07.2016): «Cette corrida est un gros challenge, mais je me sens prêt». Online abrufbar unter: https://www.laprovence.com/article/edition-arles/4021327/cette-corrida-est-un-gros-challenge-mais-je-me-sens-pret.html. (15.10.2025).
[3] Canalsur: Lecciones de rejoneo para principiantes, con la familia de Sebastián Fernández. Online abrufbar unter: https://www.canalsur.es/television/programas/todocaballo/noticia/1859899.html. (15.10.2025).
[4] Facebook (Seite von Tauro Nota): Él es Sebastián Fernández. Online abrufbar unter: https://www.facebook.com/watch/?v=336005888355139. (15.​10.​2025).​
[5] Mundotoro: Etiqueta: Sebastián Fernández. Online abrufbar unter: https://www.mundotoro.com/noticia/tag/sebastian-fernandez. (15.10.2025).
[6] Cavalluna: Cavalluna. Passion for Horses. Geheimnis der Ewigkeit. Pressemappe. Online abrufbar unter: https://www.cavalluna.com/fileadmin/Presse/Geheimnis_der_Ewigkeit/011222_CAVALLUNA_GDE_Pressemappe.pdf. (15.10.2025).
[7] Le Progrés (19.06.2015): Féria 2015: Laury Tisseur et son cheval vont ébahir le public des arènes. Online abrufbar unter: https://www.leprogres.fr/ain/2015/07/19/feria-2015-laury-tisseur-et-son-cheval-vont-ebahir-le-public-des-arenes. (15.10.2025).

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