Medienberichten zufolge nahm die zunächst erfolgreiche Rettung eines Rehs bei Cham ein blutiges Ende. Feuerwehrkräfte rückten am Dienstagnachmittag, 30. Dezember 2025, zum Satzdorfer See aus, um das dort eingebrochene Tier zu retten. Sie konnten das völlig entkräftete und unterkühlte Reh bei dem aufwendigen Einsatz sichern und ans Ufer bringen. Anschließend wurde es abgetrocknet, in eine warme Decke gehüllt und im aufgeheizten Rüstwagen untergebracht. Nach etwa 15 Minuten traf der Jagdpächter ein. Er wollte sehen, ob sich das Tier auf den Beinen halten könne, doch dieses stand nicht sofort auf. Daraufhin zog der Jäger ein Messer aus der Tasche und stach dem Reh nach eigener Darstellung zwischen Hinterkopf und Halswirbel, um es zu töten – trotz Bitten mehrerer Feuerwehrleute, dies nicht zu tun. Anschließend schnitt er dem Tier die Kehle auf, um es ausbluten zu lassen. PETA hat am 8. Januar Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Regensburg wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet.
„Die Schilderungen lassen erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Rehtötung aufkommen. Selbstverständlich ist ein unterkühltes Reh erst einmal erschöpft, aber nach so kurzer Zeit war gar nicht sicher, ob es sich durch die Fürsorge der Retter noch hätte erholen können“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Der traurige Ausgang der Rettungsaktion zeigt, was alles schlimm und sinnlos an der Jagd ist. Die meisten Menschen haben Mitgefühl mit einem Wildtier in Not und wollen helfen, doch der Jäger hat dem Reh offenbar nicht mal eine Chance gegeben.“
Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig
Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge, eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Den rund 400.000 Hobbyjagenden in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjägerinnen und -jäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
