Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Verbot von Feuerwerk
Explodierende Raketen, grelle Lichtblitze, panische Tiere: Was am Samstag in Wittmund beim „Frühlingserwachen – das Feuerwerkspektakel“ als spektakuläres Event gefeiert wird, bedeutet für unzählige Tiere Todesangst. Denn nicht nur zu Silvester leiden unsere tierischen Mitbewohner sowie Wildtiere massiv unter dem plötzlichen Lärm, unter Blitzen und beißenden Gerüchen der Pyrotechnik – nicht selten mit tödlichen Folgen. PETA hat in einem Schreiben an den Veranstalter, die Norddeutsche Kunstfeuerwerkerei Wittmund, appelliert, die Veranstaltung tierfreundlich zu gestalten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Feuerwerken in Deutschland – privat wie öffentlich.
„Während Menschen staunen, versetzen explodierende Raketen Hunde, Katzen und Wildtiere in Todesangst. Es ist nicht akzeptabel, dass Tierleid für wenige Minuten Unterhaltung in Kauf genommen wird“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Statt Knallerei auf Kosten der Tiere sollte das Event in Wittmund auf geräuscharme, tierfreundliche Alternativen setzen. Und Politik und Kommunen müssen endlich handeln: Schluss mit Feuerwerken – überall!“
Wildtiere geraten durch Feuerwerkslärm in lebensbedrohlichen Stress
Insbesondere Wildtiere leiden aufgrund der lauten Feuerwerkskörper unter massivem Stress. Die extreme Geräuschkulisse lässt sie in der Regel flüchten. Viele Vögel weichen unter Schock in für sie ungewöhnliche Höhen aus, was mit einem erheblichen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und helle Leuchtraketen können außerdem zu Desorientierung führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. [1] Es dauert häufig Tage oder sogar Wochen, bis sie sich von diesem Schock erholt haben. Im Frühling und Frühsommer ist das Risiko besonders hoch, weil viele Tiere wie etwa Vögel und Eichhörnchen ihren Nachwuchs versorgen. Werden die Elterntiere in dieser sensiblen Zeit erschreckt oder verlieren die Orientierung, finden sie oft nicht mehr zu ihren Nestern oder Bauen zurück. Die Jungtiere leiden dann unter Durst und Hunger, bis sie schließlich sterben. [2] Auch Hunde, Katzen und viele andere tierische Mitbewohner sind großem Stress ausgesetzt.
Bevölkerung unterstützt mehreren Umfragen zufolge ein Verbot von Feuerwerk zum Jahreswechsel
Den meisten Umfragen zufolge wünscht sich die Bevölkerung ein Feuerwerksverbot an Silvester. Eine zwischen dem 10. und 13. Januar 2025 durchgeführte, von PETA beauftragte repräsentative INSA-Umfrage unter 2.005 Befragten ergab, dass 58 Prozent der Deutschen ein bundesweites generelles Verbot von privatem Feuerwerk zum Jahreswechsel befürworten. Laut einer bereits 2018 von PETA beauftragten GfK-Umfrage würden 58,2 Prozent der Befragten gerne auf knallendes Feuerwerk in der Neujahrsnacht verzichten. Mehrere große Baumarktketten wie Hornbach, Globus Baumärkte, Obi und Bauhaus gingen mit gutem Beispiel voran und haben Silvesterfeuerwerk bereits ausgelistet. Als eines der ersten Länder in Europa haben die Niederlande bereits ein komplettes Böllerverbot für Privatpersonen eingeführt. [3]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
