Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und versuchen zu entkommen – vergeblich: Am kommenden Wochenende findet die „Boot & Angeln“ in der HanseMesse Rostock statt. PETA fordert ein Ende der Angelfischerei und ruft zum Boykott der Veranstaltung auf. Jahr für Jahr werden allein in Deutschland viele Millionen Fische in Fallen gelockt, an Haken aufgespießt und an Land gezogen. Dort ersticken sie oft qualvoll, werden erschlagen oder teils noch bei Bewusstsein ausgenommen. Angelmessen verharmlosen nicht nur den grausamen Umgang mit den sensiblen Tieren, sondern machen sogar Werbung für das tödliche Hobby.
„Angeln bedeutet, Fische in eine Falle zu locken und sie minuten- bis stundenlang Angst und Atemnot sowie einem oft qualvollen Todeskampf auszusetzen. Schließlich werden sie erschlagen oder häufig noch lebendig aufgeschnitten“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin sowie Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist und kein Etwas. Daher ist es ein Armutszeugnis, das Angeln zu bewerben. Wir appellieren an die Menschen in Rostock und an alle auswärtigen Tierfreunde, die Angelmesse nicht zu besuchen.“
Fische spüren Schmerz und brauchen unseren Schutz
Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben und kommunizieren mittels vielfältiger Laute, über Körpersprache und Gerüche. Außerdem schließen sie Freundschaften, lernen, geben ihr Wissen weiter und beschützen ihren Nachwuchs. [1] Internationale wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren. Auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, kommt in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“. [2]
Forschung zeigt: Fische sind hochintelligent
Studien ergaben, dass Putzerfische ihr Gesicht auf Fotos und im Spiegel wiedererkennen [3] und Seebrassen Tauchende an der Farbe ihrer Ausrüstung voneinander unterscheiden können. [4] Forschende der Universität Bonn fanden heraus, dass Fische addieren und subtrahieren können. [5] Professorin Dr. Vera Schlüssel schließt aus den Experimenten, dass Menschen andere Tierarten tendenziell unterschätzen – besonders jene, die nicht zu den Säugetieren zählen. [6] Eine Studie von Februar 2026 zeigt außerdem, dass Putzerfische (Labroides dimidiatus) nicht nur ihr Spiegelbild erkennen, sondern auch mit dem Spiegelbild interagierten, indem sie ein Stück Nahrung benutzten. Dieses Verhalten gilt als „Kontingenzprüfung“ und deutet auf hohe kognitive Fähigkeiten hin. Es wurde auch bei Delfinen beobachtet. [7]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
