Leidende Tiere: PETA erreichte Ende Februar eine anonyme Meldung zu einer tierquälerischen Rinderhaltung in einem Bio-Betrieb im Bezirk Kufstein. Die Aufnahmen zeigen eng aneinandergereihte Rinder in sogenannten Anbindeständen, die gerade genug Platz zum Liegen und Stehen bieten. Am Hals sind die Tiere mit Metallketten fixiert, zusätzlich sind ihre Schwänze angebunden. Direkt hinter ihnen befindet sich ein „Güllekanal“, in dem die Fäkalien der Rinder aufgefangen werden. Einige der Tiere haben Verschmutzungen an den Hinterbeinen. Die hinweisgebende Person habe wiederholt unhygienische Zustände beobachten können. PETA hat die Haltung umgehend beim Veterinäramt Tirol angezeigt.
„Wir rufen das Veterinäramt in Tirol dazu auf, die Leiden der Kühe ernst zu nehmen, die quälerische Anbindehaltung in dem Bio-Betrieb zu sanktionieren und sofort zu beenden“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Rinder dürfen nicht länger in Ställen festgekettet werden, sondern müssen als fühlende Individuen ihr Recht auf Bewegung, körperliche Unversehrtheit und Freiheit in Anspruch nehmen können. Wir fordern außerdem, dass Österreich auf eine tierfreie Landwirtschaft umsteigt. So könnten Millionen von Tieren ein entbehrungsreiches Leben und der grausame Tod im Schlachthof erspart werden.“
Es gibt Hinweise darauf, dass der Betrieb im Bezirk Kufstein mit der Molkerei „Tirolmilch“ zusammenarbeitet. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als einen „der modernsten und nachhaltigsten Milchverarbeitungsbetriebe in Europa“. PETA hatte die Molkerei zu einer Stellungnahme bezüglich der Zustände aufgefordert. Das Unternehmen teilte mit, dass es sich hier um einen Bio-Betrieb mit circa zehn Kühen handelt, die regelmäßigen Weidegang erhalten würden. Zudem seien bei einer Kontrolle durch die Kontrollstelle Austria-Bio-Garantie am 19. Februar keine Verstöße gegen Bio- oder Tierschutzauflagen gemeldet worden. Dennoch plant die Molkerei, gezielte Nachkontrollen zu veranlassen.

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Tierquälerische Haltungsform: Anbindehaltung schränkt Grundbedürfnisse massiv ein
Rinder in Anbindehaltung erfahren unzumutbares körperliches und psychisches Leid. Die Tiere essen, ruhen, stehen, liegen, koten und urinieren an ein und demselben Platz im Stall und können sich dabei nicht einmal umdrehen. In zahlreichen juristischen Aufsätzen wird thematisiert, dass die Anbindehaltung von Rindern den Tatbestand der quälerischen Tiermisshandlung erfüllt, da die Tiere hierdurch in nahezu allen ihren natürlichen Verhaltensweisen und Grundbedürfnissen stark eingeschränkt werden. Dies wird auch „erzwungenes Nichtverhalten“ genannt. [1] Die dauernde Fixierung beeinträchtigt das Wohlbefinden der Rinder derart, dass erhebliche Leiden verursacht werden.
Zwar ist in Österreich die „dauernde Anbindehaltung“ nach § 16 des Österreichischen Tierschutzgesetzes grundsätzlich verboten. Für Rinder gilt jedoch eine Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2029: Die sogenannte Kombinationshaltung ist weiterhin zulässig. Dabei dürfen Kühe über längere Zeit angebunden gehalten werden, solange ihnen „geeignete Bewegungsmöglichkeiten, geeigneter Auslauf oder Weidegang“ an mindestens 90 Tagen pro Jahr gewährt werden. Selbst diese Mindestanforderung gilt jedoch nur, sofern dem keine „zwingenden rechtlichen oder technischen Gründe“ entgegenstehen. Als solche Gründe gelten das Fehlen geeigneter Weide- oder Auslaufflächen, bauliche oder technische Gegebenheiten, öffentlich- oder privatrechtliche Beschränkungen sowie Sicherheitsaspekte für Menschen und Tiere.
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Österreich über 100 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [2] Eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft könnte das Leben künftiger Generationen sichern sowie die Folgen der Klimakatastrophe abmildern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai 2025 einen Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Pflanzliche Nahrungsmittel sparen im Vergleich zu Produkten tierischen Ursprungs zahlreiche Ressourcen ein und können weitaus umweltschonender hergestellt werden. Unterstützung bei der Entwicklung erhielt die Organisation von Martin Müller, dem Gründer der Initiative „landwirtschaft.jetzt“.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
