Von Freitag bis Sonntag findet die Messe „Reiten-Jagen-Fischen“ auf dem Messegelände in Erfurt statt. Laut Veranstaltungswebseite wird dort in drei Hallen Zubehör für tödliche Freizeitaktivitäten ausgestellt. Zudem werden Falkner-Präsentationen mit Greifvögeln dargeboten und Pferde zu verschiedenen Reit- und Springvorführungen gezwungen. Die Tierrechtsorganisation kritisiert scharf, dass die Veranstaltung für vermeintliche Sportarten wirbt, die fühlenden Lebewesen schaden oder gar töten. Ohne belastbare Argumente für die Jagd auf Füchse, Vögel und andere Wildtiere sterben hierzulande jährlich über fünf Millionen Wildtiere durch diese Freizeitbeschäftigung. Hinzu kommen zahlreiche erschossene Katzen und Hunde. Auch beim Angeln werden Millionen Fische qualvoll verletzt, indem ihnen Haken durch den Mund gebohrt werden und sie langsam ersticken. Im Turniersport werden Pferde als Sportgeräte missbraucht und erleiden dabei nicht selten Verletzungen. PETA fordert ein Verbot von Hobbyjagd, Angeln und Pferdesport und ruft dazu auf, die Messe zu meiden.
„Es ist unerträglich, dass die Veranstalter das Töten von Tieren auf ihrer Internetseite mit dem Slogan ‚Freizeit in der Natur‘ bewerben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Hobbyjagd und Angeln haben nichts mit ‚Naturbegeisterung‘ zu tun, sondern fügen Wildtieren unermessliches Leid zu. Jedes Jahr werden unzählige Tiere durch Fehlschüsse verwundet oder in Fallen regelrecht zerquetscht – ihr Tod ist langsam und qualvoll. Sensible Fische werden als Trophäen betrachtet, gequält oder getötet. Pferde werden auf Veranstaltungen wie dieser in Erfurt massivem Stress ausgesetzt, um als profitable Attraktion Besucher zu unterhalten und als Sportgeräte zu dienen. Jede Person, die für solche Veranstaltungen Eintritt bezahlt, unterstützt diese Tierquälerei.“
Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig
Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Bei der Hobbyjagd kommt es zudem immer wieder zu schweren Jagdunfällen, bei denen auch Menschen verletzt oder sogar getötet werden. Die Jagd ist nach Auffassung von PETA unnötig, kontraproduktiv und grausam.
Fische spüren Schmerz und brauchen unseren Schutz
Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben und kommunizieren mittels vielfältiger Laute, über Körpersprache und Gerüche. Sie schließen Freundschaften, lernen, geben ihr Wissen weiter und beschützen ihren Nachwuchs. [3] Internationale wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren. Darum müssen sie als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“. [4] Eine Studie hat gezeigt, dass Putzerfische ihr Gesicht auf Fotos und im Spiegel wiedererkennen wie Menschenaffen. [5] Eine Studie der Universität in Bonn zeigt zudem, dass Fische addieren und subtrahieren können. [6] Die Autorin der Studie, Professorin Dr. Vera Schlüssel, schließt aus ihren Experimenten, dass Menschen andere Tierarten tendenziell unterschätzen – besonders diejenigen, die nicht zu den Säugetieren zählen. [7]
Pferde vielfach als Sportgeräte missbraucht
Die Menschenmassen und Lärmpegel bedeuten für die Fluchttiere großen Stress. Ganz gleich, ob Dressur, Springreiten, Vielseitigkeit, Pferderennen oder Disziplinen aus dem Westernreiten: Die Reitsport-Branche zwingt die Tiere mit „Hilfsmitteln“ wie scharfen Gebissen, Ausbindern, Sporen und Gerten zu Höchstleistungen. PETAs Ansicht nach stehen in der Regel Prestige, Preisgelder und die Interessen der Reitenden und Verbände im Vordergrund – nicht aber die Bedürfnisse der bewegungsfreudigen Herdentiere. Bewegungsmangel und falsche Haltung ziehen mitunter Verhaltensstörungen und Schäden an Muskeln, Sehnen und Skelett nach sich. Zudem können eine permanente Boxenhaltung und häufige Lkw-Transporte sich negativ auf die Selbstreinigungsmechanismen der Atemwege auswirken. Pferde benötigen neben ausreichend Auslauf – vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung – auch hochwertige Nahrung, frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Andernfalls leiden die Tiere und können körperlich lebensgefährlich beeinträchtigt werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
