Vegan für den Planeten: PETA projiziert Botschaft zur Earth Hour ans Brandenburger Tor

Zur weltweiten Earth Hour am heutigen Samstag hat die Tierrechtsorganisation PETA eine Botschaft auf das Brandenburger Tor projiziert. Um 20:30 Uhr leuchteten die Schriftzüge „Vegan for the Planet“ und „Vegan für den Planeten“ im Wechsel für mehrere Minuten auf dem oberen Säulenbogen, während weltweit die Lichter ausgingen. Jährlich schalten Millionen Menschen während der Earth Hour, die von der Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF organisiert wird, für eine Stunde das Licht aus, um ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen. Insbesondere die Tierhaltung verbraucht große Mengen an Naturgütern und belastet das Klima erheblich. Die Ziele des Klima- und Umweltschutzes lassen sich nur mit einer veganen Lebensweise erreichen.

„Die Earth Hour steht unter dem Motto: ‚Make an impact by doing something – anything – positive for our planet.‘ Wir sind der Aufforderung gefolgt und haben sie um eine wichtige Botschaft ergänzt. Wir wollen der Gesellschaft damit ins Bewusstsein rufen, dass die Tierindustrie nicht nur den Tieren, sondern auch dem Planeten schadet. Eine vegane Lebensweise ist der einfachste Weg, die eigene Umweltbelastung zu verringern“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland. „Die Umstellung auf tierfreie Produkte spart Ressourcen und erspart Milliarden Tieren ein leidvolles Leben sowie einen grausamen Tod in Fischereinetzen und Schlachthöfen.“

Klimaschutz und Tierwirtschaft

Eine Person kann mit veganer Ernährung pro Jahr etwa zwei Tonnen Treibhausgase einsparen – das entspricht acht Flügen von Berlin nach London. Die tierhaltende Landwirtschaft verursacht mehr Treibhausgase als der weltweite Verkehrssektor. Pestizide und Monokulturen beschleunigen das Artensterben. Soja-Importe aus Südamerika stehen wegen der Regenwaldabholzungen und der Vertreibung der einheimischen Bevölkerung in der Kritik, aber auch der Anbau von Getreide und Mais als Tiernahrung beansprucht große Flächen, die zu dramatischen Biodiversitätsverlusten führen. 70 bis 80 Prozent des Sojas werden nicht für Menschen, sondern zur Ernährung von Tieren in der Tierhaltung verwendet. Die Tierindustrie verursacht massives Tierleid in Mast- und Zuchtanlagen, auf Transporten und in Schlachtbetrieben. In deutschen Schlachthöfen werden jährlich rund 750 Millionen fühlende Lebewesen getötet.

PETAs Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft: Wege zum veganen Ökolandbau

PETA Deutschland legt Politik und Wirtschaft einen Ausstiegsplan für eine tierfreie Landwirtschaft vor.
Der Plan benennt ökologische, ökonomische und ethische Probleme. Er zeigt Alternativen auf, etwa veganen Ökolandbau ohne Tierhaltung. Dieser kommt ohne tierische oder chemische Düngemittel aus. Er verzichtet zudem auf Pestizide und Monokulturen. Der Plan beschreibt Strategien für eine tierfreie Nahrungsmittelproduktion und den Ausstieg aus der Tierhaltung. Bei einem Ende der Tierhaltung in Deutschland würden mindestens 7,6 Millionen Hektar Flächen frei, die bisher zur Tiernahrungsproduktion genutzt werden. Diese Flächen könnten für Renaturierung verwendet werden.
Biodiversität, Grundwasser und Klima würden deutlich von einer tierfreien Landwirtschaft profitieren.

Wirtschaftliche Vorteile

Tierhaltungssubventionen von mindestens 13 Milliarden Euro jährlich könnten entfallen oder in die tierfreie Landwirtschaft investiert werden. Deutschland würde unabhängiger von Tiernahrungsimporten, die Versorgung sicherer und geopolitisch stabiler. Das Risiko für Pandemien und Antibiotikaresistenzen könnte zudem deutlich sinken.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

PETA hat am heutigen Samstag bei der Earth Hour des WWF eine Botschaft auf das Brandenburger Tor projiziert. / © PETA Deutschland e.V.

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