Ab Samstag wird in Wien die Cavalluna-Show „Tor zur Anderswelt“ aufgeführt. PETA liegt Videomaterial aus dem aktuellen Programm vor, das zeigt, wie die Pferde in extrem enge Kopf-Hals-Positionen (Rollkur) gezwungen werden. Diese gelten laut den Leitlinien für Pferdehaltung als tierschutzwidrig und hemmen die Tiere in Sicht und Atmung. [1] Hinzu kommen riskante Kunststücke, auch mit Feuer und grellen Lichteffekten. Die neuen Aufnahmen ähneln jenen, welche die Tierrechtsorganisation bereits letztes Frühjahr veröffentlicht und bei der Staatsanwaltschaft Berlin eingereicht hatte. PETA fordert, den Einsatz von Pferden für Unterhaltungsshows zu verbieten, und appelliert eindringlich, diese von Zwang und Gewalt geprägten Shows nicht zu besuchen.
„Bei Cavalluna leiden die Pferde weiter, vor den Augen des vermeintlich ‚tierlieben‘ Publikums. Die neuen Aufnahmen verdeutlichen, dass sich an den grundlegenden Bedingungen nichts geändert hat. Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem der Showproduktion“, erklärt Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA. „Dass dort Stierkämpfer auftreten dürfen, ist ein weiteres Puzzleteil in einem Gesamtbild. Es zeigt, wie Tiere in dieser Branche systematisch für Showzwecke missbraucht werden.“


Diese und weitere Fotos stehen hier zum Download zur Verfügung. Videomaterial versenden wir auf Anfrage.
Verstrickungen von Cavalluna-Reitern in umstrittenes Stierkampfmilieu offengelegt
PETAs Recherche offenbart, dass zwei der für Cavalluna engagierten Equipen in Zusammenhang mit der Stierkampfszene stehen. Reiter der Teams Sebastián Fernández und Laury Tisseur treten nicht nur für Cavalluna auf, sondern sind bzw. waren in Spanien und Frankreich als Stierkämpfer zu Pferd aktiv. [2, 3] Dieser lebensverachtenden Praxis fallen nicht nur Stiere zum Opfer. Auch Pferde werden häufig verletzt, verängstigt, ausgebeutet und sterben teils in der Arena.
Kein Ende von gewaltsamer Dressur trotz wiederholter Kritik
Seit Jahren erhält PETA immer wieder Whistleblower-Meldungen zu Missständen bei Auftritten von Cavalluna. Das umfangreiche Videomaterial aus mehreren Cavalluna-Shows und Dressurproben der vorherigen Saison belegt einem Fachgutachten und PETAs Einschätzung nach, den tierschutzwidrigen Umgang mit den Tieren. Deshalb hat die Tierrechtsorganisation im Mai 2025 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin (Aktenzeichen PETA: 55/25 HH) erstattet. Sie richtet sich gegen die Geschäftsführung und Mitarbeitende in verantwortungsvollen Positionen bei Cavalluna (Apassionata World GmbH) sowie die auftretenden Reitteams. Die Strafanzeige ist weiterhin anhängig.
Dressurvorführungen sind mit der Lebenswelt von Pferden unvereinbar
Die Aufnahmen zeigen unter anderem den wiederkehrenden Einsatz der sogenannten Rollkur. Bei dieser Reitweise wird der Pferdehals stark überdehnt und nah an die Brust gezogen, was Sicht und Atmung der Tiere einschränkt. Im Training gehen die Verantwortlichen roh mit den Tieren um. Nachdem ein Pferd im Galopp stürzt, wird lediglich die Reiterin ausgetauscht, das verunfallte Tier muss weiter proben. Das kann durchaus gesundheitsschädlich sein. Ein Pferd wird mit Peitschenschlägen zur Kapriole bewegt. Dies ist ein unnatürlich hoher Sprung, bei dem das Tier mit den Hinterbeinen ausschlägt. Neben den körperlichen Gefahren werden die Fluchttiere bei Cavalluna Stress und Angst ausgesetzt. Denn aufsehenerregende Feuer-, Licht- und Soundeffekte sind feste Bestandteile des Programms und sollen Publikum anziehen. In vielen Szenen zeigen Pferde Zeichen von Unwohlsein wie angelegte Ohren, starkes Schweifschlagen und Widersetzlichkeit.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.