Tote Krähen auf Feld bei Wees gesichtet: PETA fordert Aufklärung und umgehendes Verbot grausamer „Vergrämungsmethode“

Eine tote Krähe wurde zur grausamen Abschreckung aufgehängt.

Auf einem Feld bei Wees wurden drei tote Krähen aufgehängt – vermutlich, um ihre lebenden Artgenossen abzuschrecken. Eine Spaziergängerin entdeckte die jeweils an einem Pfahl festgebundenen Vögel am 8. Juni und wandte sich mit Fotos an PETA. Wegen möglicher Verstöße gegen seuchenschutzrechtliche Vorschriften, Belästigung der Allgemeinheit (§ 118 OWiG) sowie der möglichen illegalen Tötung der Krähen erstattete die Tierrechtsorganisation am 10. Juni Anzeige beim Kreisveterinäramt Schleswig-Flensburg. Laut der hinweisgebenden Person waren am Mittwochabend sowohl die Krähen als auch die Pfähle nicht mehr auf dem Feld zu sehen. Ob die Behördedie Entfernung veranlasste oder der Verursacher, ist bislang unklar. PETA fordert die Behörde auf, den Fall aufzuklären und angesichts der bestehenden Schonzeit für Rabenkrähen die Tierkörper hinsichtlich eines möglichen Verstoßes gegen das Jagdrecht zu untersuchen.

„Der Anblick der Krähen ist schockierend“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Diese völlig wirkungslose Vergrämungsmethode mit den Körpern toter Tiere muss umgehend verboten werden. Spätestens die Coronakrise und die aktuelle Vogelgrippe sollten uns gelehrt haben, wie verantwortungslos es ist, die Leichen von Vögeln zum langsamen Verwesen aufzuhängen. Ob wegen der Schonzeit für Krähen auch ein Verstoß gegen das Jagdrecht vorliegt, muss die Behörde klären.“

Im Kreis Schleswig-Flensburg wurde zuletzt im November 2025 die Vogelgrippe bei Wildvögeln festgestellt. 2026 gab es einen Ausbruch in einer Hühnerhaltung mit 600 Tieren.

Eine tote Krähe wurde zur grausamen Abschreckung aufgehängt.
Eine tote Krähe hängt in der Mitte eines Felds zur grausamen Abschreckung.

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Nach Auffassung von PETA sollten Behörden sogenannte Vergrämungsmethoden mit toten Tieren grundsätzlich untersagen, zumal hier auch eine Belästigung der Allgemeinheit gemäß § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes vorliegen könnte. Jedes Jahr werden allein in Deutschland über 100.000 Krähen getötet. Nennenswerte Ernteschäden sind wissenschaftlich nicht bewiesen und dienen bei der Hobbyjagd auf die Vögel meist als Vorwand.

Behörden ordneten in ähnlichen Fällen die Entfernung der Tierkörper an

Bei einem ähnlichen Fall im Juli 2025 ordnete die Wormser Umweltbehörde an, dass die Tierkörper abgehängt werden müssen. [1] Das Kreisveterinäramt Weilheim-Schongau forderte im Mai 2026 einen Landwirt auf, die toten Vögel abzuhängen. Er wurde von der Behörde über „die Bedeutung einer ineffizienten Vergrämungsmethode und die damit verbundene negative Außenwirkung der Maßnahme belehrt“. Auch „negative Aspekte, wie das Anlocken von Aasfressern und die grundlegende Bedeutung im Zusammenhang mit Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz landwirtschaftlicher Tierhaltungen“ wurden demnach erörtert. [2]

Beispiel des Kantons Genf verdeutlicht: Jagd ist überflüssig

Anerkannte Wildbiologen bestätigen, dass die Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge regulieren sich wild lebende Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse selbst, beispielsweise durch die Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten. [2] Der Kanton Genf ist nur ein Beispiel dafür. Dort ist die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten und die Natur reguliert sich weitgehend selbst. Die Folgen sind eine hohe Artenvielfalt sowie gesunde und stabile Wildtierpopulationen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Schmahl, A. (2025): „Tote Krähen auf Feld in Worms aufgehängt“. In: Merkurist. Online unter: https://merkurist.de/worms/peta-schaltet-sich-ein-tote-kraehen-auf-feld-in-worms-aufgehaengt_laVU (02.06.2026)[2] Peters, C. (2026): „Grausame Abschreckungsmaßnahme“: Peta erstattet Anzeige wegen aufgehängter toter Krähe. In: Merkur. Online unter: https://www.merkur.de/lokales/schongau/peiting-ort49612/grausame-abschreckungsmassnahme-peta-erstattet-anzeige-wegen-aufgehaengter-toter-kraehe-94315522.html. (02.06.2026)
[3] Reichholf, J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation, SWR BW (05.05.2026).

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