Kößlarn: Schwer verletzte Taube mit Projektil im Körper entdeckt – PETA bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise

angeschossene Taube

Tierquäler gesucht: Einer Meldung an PETA zufolge wurde am Sonntag, dem 7. Juni, eine schwer verletzte Taube in Kößlarn entdeckt. Anhand eines Rings am Fuß erkannte die meldende Person, dass der Vogel als sogenannte Brieftaube gehalten wurde. Laut der Meldung konnte der Halter ausfindig gemacht werden. Er habe jedoch kein Interesse an dem verletzten Tier gezeigt. Bei einer Röntgenuntersuchung wurde ein Diabolo-Geschoss im Körper der Taube festgestellt. Nach der tierärztlichen Erstversorgung ist sie nun in der Obhut einer privaten Pflegestelle, bis eine geeignete Unterbringung gefunden wird.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich telefonisch bei der Polizei oder unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Wer auch immer die Taube so schwer verletzt hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen“, so Monic Moll, Fachreferentin bei PETA. „Wir fordern harte Strafen für Tierquäler – solche Taten dürfen nicht folgenlos bleiben, und Strafen müssen abschreckend wirken. Zudem braucht es dringend ein Verbot von sogenannten Taubenwettflügen, denn immer wieder verirren sich die standorttreuen Tiere weit weg von ihrer Heimat und haben dort kaum Überlebenschancen.”

angeschossene Taube

Dieses und ein weiteres Bild können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETA fordert Verbot von Taubenwettflügen

Bei Wettflügen werden die Tauben bewusst von ihren Partnern oder Kindern getrennt – damit ist für die treuen Tiere nicht Ehrgeiz die Motivation zur Heimkehr, sondern die Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag und ihrem Partner. Viele der domestizierten Vögel sterben auf den anstrengenden Flügen an Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. PETA fordert daher ein Verbot von Taubenwettflügen in Deutschland. 

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

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