Stolberg: Hund bei Hitze im Auto zurückgelassen – PETA erstattet Strafanzeige gegen verantwortliche Person

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Laut einem Medienbericht hat eine Frau am Freitagmittag im Stolberger Stadtteil Atsch ihren Hund bei Hitze in einem verschlossenen Auto zurückgelassen. Aufmerksame Passanten entdeckten den Vierbeiner in einem auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums an der Eisenbahnstraße abgestellten PKW und alarmierten die Polizei. Als die Beamten gegen 11:45 Uhr eintrafen, soll sich das Tier schon über eine Stunde in dem Fahrzeug befunden haben. Zu dem Zeitpunkt hatte es bereits 35 Grad Außentemperatur. Ob die Einsatzkräfte den Hund befreien mussten oder die Halterin zurückkehrte, sei nicht bekannt. PETA wird Strafanzeige gegen die Frau erstatten. Die Tierrechtsorganisation appelliert zudem an Supermärkte, Behörden und andere Einrichtungen, Hunde in ihren Räumlichkeiten zu erlauben, damit Tierhalter ihre Vierbeiner nicht im Auto zurücklassen.

„Viele Hundehalterinnen und -halter unterschätzen die Auswirkungen der Sonne. In den überhitzten Fahrzeugen werden die Vierbeiner schnell unruhig, kratzen an den Fenstern und geraten in Panik – was die ohnehin kritische Situation zusätzlich verschärft. Für sie kommt dann oft jede Hilfe zu spät“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Wer einen Hund bei hohen Außentemperaturen einsperrt, riskiert das Leben des Tieres und muss mit einer Strafanzeige rechnen.“

Brenzlige Situationen vermeiden und im Ernstfall schnell handeln

Bei hohen Temperaturen entwickelt sich in kleinen Räumen wie Gartenlauben sowie auf Balkonen oder in Fahrzeugen schnell starke Hitze. Hunde sollten sich in dieser Zeit auf gar keinen Fall über eine längere Zeit dort aufhalten, denn sonst droht Lebensgefahr für die Vierbeiner. Auch ein schattiger Platz auf einem Balkon sorgt nicht für Abkühlung. Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, erleiden sie im heißen Wageninneren schnell irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand.

Entdecken Menschen an einem warmen Tag einen Hund im Auto oder eingesperrt auf einem Balkon oder in einer Gartenlaube, ist schnelles Handeln gefragt. Sollten die Halter nicht auffindbar sein, muss umgehend die Polizei gerufen werden. Befindet sich der Hund bereits in Todesgefahr – Anzeichen dafür sind Taumeln, eine dunkle Zunge, glasige Augen, starkes Hecheln oder Erbrechen – sollten Tierfreunde in Betracht ziehen, die Scheibe am Auto einzuschlagen. Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, allerdings sind PETA keine Fälle bekannt, in denen rechtliche Folgen für Tierretter entstanden sind. Sollte das Auto auf einem Supermarktparkplatz stehen und das Tier noch außer Gefahr sein, lässt sich der Fahrzeughalter ausrufen. Kann der Hund aus dem Auto oder von dem Balkon befreit werden, sind sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich. Auch wenn sich der Zustand des Tieres durch die Versorgung scheinbar verbessert, muss der Hund wegen möglicher Folgeschäden der inneren Organe umgehend tierärztlich untersucht werden.

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Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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