Bundesjägertag in Suhl: PETA ruft Jägerschaft auf, Katzentötungen endlich zu beenden

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Am Freitag und Samstag findet in Suhl der jährliche Bundesjägertag statt. Laut Programm soll am ersten Tag die Ethik im Mittelpunkt stehen. [1] Anlässlich der Veranstaltung ruft PETA die Jägerschaft auf, die Tötungen von Katzen und Hunden freiwillig einzustellen. Jedes Jahr töten Jäger und Jägerinnen nach Schätzung der Tierrechtsorganisation bis zu 200.000 Katzen und mehrere Hundert Hunde. Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland haben diese unethische Praxis grundsätzlich untersagt. Um die Anzahl der heimatlosen Katzen tierfreundlich zu senken, fordert PETA ein bundesweites Kastrations- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen. Als erstes Flächenbundesland hat Schleswig-Holstein heute eine landesweite Katzenschutzverordnung in Kraft gesetzt.

„Ethik ist für die Jägerschaft leider noch immer ein Fremdwort, denn sonst würden sie nicht Zehntausende Katzen, Hunde und Millionen Wildtiere kaltblütig umbringen. Oft werden sogar in Lebendfallen gefangene Katzen getötet. Das Leid, das über die Halter gebracht wird, die sehnsüchtig auf die Heimkehr ihres Familienmitglieds warten, ist unermesslich“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.

„Wildernde“ Katzen dürfen in 13 Bundesländern getötet werden, wenn sie je nach Landesjagdgesetz etwa 200 bis 300 Meter von der nächstgelegenen Siedlung entfernt angetroffen werden. Wann eine Katze als „wildernd“ gilt, ist teils strenger und teils lasch ausgelegt. In Bayern beispielsweise gilt eine Katze grundsätzlich als „wildernd“, wenn sie 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude entfernt angetroffen wird – sogar wenn sie bereits in einer Lebendfalle gefangen wurde.

Katzenschutzverordnung reduziert die Population nachhaltig

In Deutschland leben etwa zwei Millionen heimatlose Katzen. Viele von ihnen sind unterernährt und sterben früh durch Krankheiten, die Jagd oder im Straßenverkehr. Rein rechnerisch können eine unkastrierte Katze und ihre Kinder innerhalb von sieben Jahren bis zu 370.000 Nachkommen zeugen. Unkastrierte Freigängerkatzen tragen erheblich zur Überpopulation und damit zur Not der heimatlosen Tiere bei. Berlin, Bremen und jetzt auch Schleswig-Holstein haben Katzenschutzverordnungen in Kraft gesetzt, wonach Freigängerkatzen kastriert und registriert werden müssen. Aufgrund der vielfältigen Gefahren und dem Jagdtrieb der Tiere empfiehlt PETA, Katzen in der Wohnung oder in gesicherten Ausläufen zu halten.

Jagd laut Experten nicht notwendig

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten statt. [2] Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [3] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist aus Sicht von PETA unnötig, kontraproduktiv und grausam.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Deutscher Jagdverband (2026): Programmübersicht zum Bundesjägertag. Online abrufbar unter: https://www.jagdverband.de/sites/default/files/2026-04/2026_04_Programm_Bundesja%CC%88gertag_2026_NEU_Web.pdf. (30.06.2026).
[2] Reichholf, J. H. (2009): Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation SWR BW.
[3] Baker, P.; Harris, S., & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK? Springer-Verlag 2005.

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