Beim Mittelaltermarkt, der am kommenden Wochenende auf dem Geestland-Eventgelände in Kropp stattfindet, wird eine sogenannte Falknerei als Programmpunkt angekündigt [1]. PETA kritisiert, dass die Tiere auf dem Fest inmitten von Menschenmassen und Lärm sowie durch den Transport erheblichem Stress ausgesetzt werden – auch wenn der Veranstalter betont, dass die Tiere nicht in unmittelbaren Kontakt mit dem Publikum gelangen. Die Tierrechtsorganisation appellierte am 29. Juni an den Veranstalter, dieses und künftige Events nur noch ohne die Beteiligung von Tieren durchzuführen.
„Auf Veranstaltungen wie Mittelaltermärkten werden die Vögel stundenlang angebunden und dienen als lebende Kulisse. In Freiheit fliegen die Tiere weite Strecken“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wildtiere haben auf solchen Festen nichts zu suchen.“
PETA erhält jedes Jahr Beschwerden von Besuchern von Mittelaltermärkten, auf denen Greifvögel als vermeintliche Attraktion präsentiert werden. Versuche, dem Stress durch Wegfliegen zu entkommen, werden durch die Anbindung unmöglich gemacht.
PETA fordert generelles Verbot der Falknerei
Falkner sind überwiegend Hobbyjäger, die Falken und Greifvögel wie Adler, Habichte oder Bussarde einsperren und über Nahrungsentzug gefügig machen, um sie bei der Beizjagd auf andere Wildtiere zu hetzen. Die sensiblen und hochintelligenten Vögel jagen in Freiheit, um zu überleben. Falkner richten sie schon als Jungtiere ab, wobei sie größtenteils auf den Menschen fehlgeprägt werden, und nutzen sie dann für die Jagd auf Hasen, Tauben, Füchse oder andere Tiere aus. Gängige Haltungsform in der Falknerei ist die stunden- oder tagelange Anbindung der Vögel, sodass sie große Teile ihres Lebens an den Füßen angebunden auf einem Holzpflock verbringen. Ein selbstbestimmtes Leben wird ihnen verwehrt. Gemäß den in Deutschland geltenden Mindestanforderungen an die falknerische Haltung von Greifvögeln ist die Haltung zulässig, wenn sie jeden zweiten Tag kurz fliegen dürfen – und dies nur in der Trainings- und Freiflugzeit. Ihrem natürlichen Verhalten können sie somit kaum nachgehen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
