Bremervörde: Königspython mutmaßlich auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgesetzt – PETA bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise und fordert deutschlandweites Haltungsverbot von Wildtieren

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Laut einem Medienbericht wurde auf einem ladwirtschaftlichen Betrieb in Bremervörde ein Königspython entdeckt. Mitarbeiter entdeckten die Schlange am Montag nahe der Hofeinfahrt und alarmierten die Polizei. Der Python sei eingefangen und in eine Einrichtung nach Lüneburg gebracht worden. Vermutlich wurde das Tier ausgesetzt. Die Polizei bittet um Hinweise. Anlässlich des Fundes fordert PETA Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Haltung von Wildtieren für Privatpersonen bundesweit einheitlich zu verbieten.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich entweder bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„In Deutschland boomt der Handel mit ‚exotischen‘ Tieren. Käufer sind jedoch oft schnell mit den Bedürfnissen und den Haltungskosten überfordert und setzen die Tiere häufig aus. Immer wieder werden ‚exotische‘ Schlangen bei uns in der Natur entdeckt. Sie sind nicht an die Umgebung und die Temperaturen angepasst und müssen um ihr Leben kämpfen. Mit der Belohnung wollen wir dazu beitragen, den ehemaligen Halter des Tieres zu finden“, so Monic Moll, Fachreferentin bei PETA. „Obwohl die anspruchsvollen Tiere in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können, sind etliche von ihnen im Internet frei verkäuflich. Zum Schutz von Mensch und Tier fordern wir ein generelles Haltungs- und Verkaufsverbot von Wildtieren.“

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Wildtieren in Privathaushalten

Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr Hunderte wilde Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit Wildtieren, die einen besonders großen Anspruch an ihren Lebensraum haben. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten. [1]

Das Ergebnis einer Studie, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit „exotischen“ Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss.

Auch wenn es sich um ungiftige Tiere handelt, können Wildtiere gefährlich für den Menschen sein: Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten; geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von „exotischen“ Tieren her. [2]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress.
[2] Robert Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

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