Illegaler Welpentransport in Lindau gestoppt: Mehrere Hundebabys sollten auf Tankstellenparkplatz verkauft werden – PETA fordert, Onlinehandel mit Lebewesen zu stoppen

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Einem Medienbericht zufolge deckte die Bundespolizei in der Nacht auf Freitag in Lindau einen illegalen Welpentransport auf. Zuvor hatten die Beamten zwei PKW kontrolliert, deren Fahrer unabhängig voneinander angaben, auf dem Parkplatz einer Tankstelle in Lindau mit einem Händler zum Kauf von Hundewelpen verabredet zu sein. Bei der anschließenden Kontrolle des Transporters entdeckten die Beamten mehrere Hundewelpen. Der 50-jährige Fahrer und sein 22-jähriger Begleiter gaben an, ein Tier bereits in Österreich verkauft zu haben. Nach Angaben der Polizei bestanden erhebliche Zweifel an den mitgeführten Papieren. Auch der Zustand der Tiere und die Art ihres Transports gaben Anlass zu Bedenken. Die Welpen wurden sichergestellt. Das Veterinäramt prüfte die Tiere und die Dokumente in den frühen Morgenstunden und bestätigte die Zweifel. Unter den Hunden befand sich zudem ein Bullterrier, dessen Einfuhr nach Deutschland verboten ist. Gegen den Fahrer wird unter anderem wegen schwerer Urkundenfälschung und schweren Betrugs ermittelt.

„Der illegale Welpenhandel ist längst zu einem lukrativen Multimillionengeschäft geworden und läuft ungebremst weiter: Allein auf den größten Internetplattformen werden derzeit über 13.300 Welpen zum Kauf angeboten – viele davon wurden illegal nach Deutschland gebracht, viel zu früh von ihrer Mutter getrennt oder leiden unter teils lebensgefährlichen Krankheiten“, so Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin bei PETA. „Bereits mehr als 60 Prozent des Handels mit Hundewelpen in der EU läuft über Onlineplattformen.“

Wien setzt Zeichen gegen Welpenhandel: Strafen auch für Käufer illegal gehandelter Tiere

In Wien gilt seit der letzten Tierschutzgesetznovelle, dass auch der Kauf von Welpen aus illegalem Handel unter Strafe gestellt wird. Käufer von illegal gehandelten Tieren müssen mit Strafen von bis zu 3.750 Euro rechnen. PETA appelliert an die deutsche Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen – denn nur so kann das Tierleid effektiv beendet werden.

EU beschließt Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht

Auch auf EU-Ebene wächst der Druck gegen den illegalen Welpenhandel: Künftig sollen alle Hunde per Mikrochip gekennzeichnet und in einer zentralen Datenbank registriert werden, unter anderem, um anonyme Verkäufe zu erschweren. Für bereits gehaltene Tiere gilt eine Übergangsfrist von zehn Jahren. Danach ist die Registrierung für alle Hunde verpflichtend.

Welpenhandel ist kein Einzelfall

Noch immer floriert das Geschäft mit Tierbabys über Internetportale. Händler verlangen für die Welpen häufig mehrere tausend Euro. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort harren Hundemütter auf „Welpenfarmen“ tagtäglich, teils ohne Tageslicht, in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien aus. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten. Die Mütter werden in ihrem kurzen Leben in dieser Branche nur für einen Zweck missbraucht: immer wieder Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, verwurmt, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich. Um PETA bei der Aufdeckung von illegalem Welpenhandel zu unterstützen, können Verdachtsfälle direkt über die Welpenhandel-Meldeseite der Tierrechtsorganisation gemeldet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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