Einem Polizeibericht zufolge wurde am Sonntagabend auf dem Goslarer Marktplatz ein Skorpion gefunden. Eine aufmerksame Passantin habe das Tier gegen 18.25 Uhr entdeckt und die Polizei verständigt. Die Einsatzkräfte fingen den Skorpion ein und brachten ihn zur Unterbringung in die Schlangenfarm Schladen. Der Tierhalter sei bislang nicht bekannt. Anlässlich des Fundes fordert PETA den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Haltung von exotischen Tieren für Privatpersonen zu verbieten. Lediglich bestehende Haltungen sollten bis zum natürlichen Lebensende der Tiere fortgeführt werden dürfen.
PETA setzt Belohnung aus
Da Funde nicht-heimischer Wildtierarten meist auf illegale Aussetzungen zurückzuführen sind, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der Verantwortlichen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„In Deutschland boomt der Handel mit wilden und teilweise gefährlichen Tieren. Käufer sind jedoch oft schnell überfordert und setzen die Tiere häufig aus. Immer wieder werden „exotische“ Tiere entdeckt. In vielen Fällen sind sie nicht an die Umgebung und die Temperaturen angepasst und müssen um ihr Leben kämpfen. Mit der Belohnung wollen wir dazu beitragen, den ehemaligen Halter des Tieres zu finden, denn das Aussetzen von Tieren ist verboten“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Obwohl die anspruchsvollen Tiere in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können, sind etliche von ihnen im Internet frei verkäuflich. Es besteht nicht einmal eine Anzeigepflicht für alle Arten. Zum Schutz von Mensch und Tier fordern wir ein generelles Haltungs- und Verkaufsverbot von Wildtieren.“
PETA fordert generelles Haltungsverbot von Wildtieren in Privathaushalten
Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr Hunderte wilde Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit Wildtieren, die einen besonders großen Anspruch an ihren Lebensraum haben. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten. [1]
Das Ergebnis einer Studie, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit „exotischen“ Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss. Zahlreiche der gehandelten Tiere sind sogenannte Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika. Sterberaten bei Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [2]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
