Haie, Rochen und zahlreiche weitere Meerestiere aus 400 Arten sollen künftig im geplanten Großaquarium Ocean Berlin zur Schau gestellt werden. Eine Genehmigung zur Tierhaltung liegt noch nicht vor. Das freiwillige PETA Streetteam Berlin protestiert am Samstag gegen das Vorhaben und fordert die zuständigen Behörden auf, die Haltung nicht zu genehmigen. Denn in Aquarien können Meerestiere ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben, viele werden krank oder sterben frühzeitig. Im Schwester-Aquarium Maui Ocean Center auf Hawaii starben 2021 bis 2022 innerhalb eines Jahres 548 von 802 erfassten Korallenfischen [1, 2] – bei mehreren Arten sogar innerhalb weniger Wochen alle Tiere. [2] PETA fordert, statt Lebewesen einzusperren, auf virtuelle Erlebnisse, großformatige Projektionen und Live-Webcams aus dem Meer zu setzen.
Details zur Aktion:
Datum: Samstag, 15. August 2026
Uhrzeit: 14:30 bis 16:30 Uhr
Ort: Paul-und-Paula-Ufer, 10317 Berlin
Demoaufbau: Mit Fischmasken, Sträflingskostümen, Bannern und Schildern fordern die Aktiven, dass keine Tiere im Ocean Berlin eingesperrt werden.
Kontakt vor Ort: Jennifer Veit(den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)
„Die erschreckend hohen Todeszahlen im Schwester-Aquarium Maui Ocean zeigen, welche Folgen das Einsperren von Meerestieren in Aquarien haben kann. Mit unserer Aktion fordern wir deshalb die Stadt Berlin auf, der Ozean Berlin (CWB) GmbH keine Erlaubnis zur Tierhaltung zu erteilen, schon gar nicht für Wildfänge“, so Streetteam-Leitung Jennifer Veit. „Immer mehr Menschen sprechen sich gegen Aquarien aus. In Gewässern installierte Webcams oder virtuelle Aquarien bieten Besuchenden Einblicke in das natürliche Verhalten von Fischen und anderen Wassertieren.“
PETA hatte sich im Dezember 2024 mit den Zahlen der verstorbenen Fische direkt an die Firma Ozean Berlin (CWB) GmbH gewandt und um Stellungnahme gebeten. In einem Antwortschreiben wurde bestätigt, dass auch der Einsatz von Wildfängen geplant ist.
Aquarien führen zu Plünderung der Ozeane
Der Bau von Aquarien wie „Ocean Berlin“ treibt die Zerstörung von Korallenriffen voran. Von den marinen Zierfischen in europäischen Großaquarien sind 99 Prozent Wildfänge. [3] Fang und Transport dieser Meeresbewohner führen zu zahlreichen Todesfällen. Bis zu 80 Prozent der im Riff gefangenen Korallenfische sterben, noch bevor sie im Aquarium eintreffen. [4] Hinzu kommen technische Probleme in Aquarien, Unverträglichkeiten und die rasche Ausbreitung von Krankheitserregern in einem geschlossenen System. Tote Tiere werden von den Besuchern meist unbemerkt ersetzt. Daher trägt jeder Neubau eines Aquariums massiv zur Plünderung der Ozeane bei.
Kein Beleg für Wissensvermittlung über einzelne Tierarten
Aquarien sind ein Auslaufmodell. Das zeigt auch die Abstimmung gegen das Basler Großprojekt Ozeanium im Jahr 2019, das durch die Basler Bevölkerung in einer Referendumsabstimmung abgelehnt wurde. Besucher und vor allem auch Kinder lernen durch die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft nichts über deren natürliches Verhalten oder über Meeres- und Naturschutz. Was ihnen vermittelt wird, ist, dass es scheinbar natürlich ist, Lebewesen ihrer Heimat zu entreißen und zur menschlichen Unterhaltung einzusperren. Denn eine artgerechte Haltung ist in einem Aquarium nicht möglich: Viele Meeresbewohner legen im Ozean weite Distanzen zurück, tauchen tief, leben in Symbiosen, gehen sich aus dem Weg oder leben im Schwarm. In Gefangenschaft entwickeln sie hingegen oft Verhaltensstörungen, Depressionen und Aggressionen. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge gibt es keinen Beleg dafür, dass Zoos und Aquarien den Besuchern Wissen über die einzelnen Tierarten vermitteln oder ihr Interesse am Thema Artenschutz wecken.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
