Am Samstag sollen auf der Pferderennbahn Saarbrücken-Güdingen von 14 bis 17:30 Uhr im Rahmen des „27. Sparkassen-Familienrenntags“ fünf Galopprennen stattfinden. Angesichts der erwarteten Temperaturen von bis zu 36 Grad appellierte PETA gestern an das zuständige Landesamt für Verbraucherschutz in Saarbrücken sowie den Rennclub Saarbrücken, die Rennen zu untersagen beziehungsweise abzusagen. Die Hitze kann bei den Tieren zu massiven Kreislaufbelastungen, einem Hitzschlag und somit auch zum Tod führen. Sie überhitzen bis zu zehnmal schneller als Menschen [1]. Zudem werden Pferde bei solchen Veranstaltungen regelmäßig mit der Gerte zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen, die mit einem erhöhten Sturz- und Verletzungsrisiko einhergehen. PETA fordert ein Ende der Ausbeutung von sogenannten Rennpferden.
„Wenn dem Veterinäramt und dem Veranstalter das Tierwohl etwas bedeutet, muss die Veranstaltung abgesagt werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Eine Durchführung bei diesen Extremtemperaturen wäre skrupellos und würde einmal mehr unter Beweis stellen, dass es bei den Rennen ausschließlich um wirtschaftliche Interessen geht. Die Tiere werden bei Galopprennen oft hart mit der Gerte angetrieben, bei diesen Temperaturen ist dies lebensgefährlich.“
Viele Veranstalter reagieren
Mehrere Veranstalter haben ihre Reitturniere in den vergangenen Wochen wegen der Hitze freiwillig abgesagt oder verschoben, darunter ein Dressurturnier auf dem Klosterhof Medingen bei Bad Bevensen sowie ein Dressur- und Springturnier des Reitervereins Ilsfeld. Eine verantwortungsvolle und pferdegerechte Durchführung könne nicht gewährleistet werden [2]. Auch ein im Juni in Krefeld geplantes Galopprennen wurde aufgrund der Wetterlage kurzfristig abgesagt [3].
PETA fordert generelles Verbot von Pferderennen
Stürze, schwere Verletzungen und Todesfälle bei Pferderennen sind keine Seltenheit. Allein zwischen 2015 und 2019 starben mindestens 50 Pferde auf deutschen Rennbahnen. Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da ihr Bewegungsapparat noch nicht vollständig ausgebildet ist, besteht ein erhöhtes Risiko für Sehnenschäden und Knochenbrüche. Auch das Training kann die Tiere körperlich stark überlasten.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
