Klimaschutz braucht tierfreie Landwirtschaft
Deutschlands Hauptverkehrsflüsse befinden sich auf einem rekordverdächtigen Niedrigstand, die Binnenschifffahrt wird massiv eingeschränkt. Auch die deutsche Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit, so dass bereits angedacht wird, Rinder zu töten, weil ihre Versorgung nicht gewährleistet werden kann. Aufgrund von Waldbränden werden Menschen in einzelnen Landkreisen zum Wassersparen angehalten, damit die Löscharbeiten weiterlaufen können. Allesamt wünschen sich von der Bundesregierung zügig Hilfs- und Entlastungspakete, um die Krise zu überstehen. Die Tierrechtsorganisation PETA hingegen fordert die politisch Verantwortlichen nun auf, selbst vorbildlich voranzugehen, indem sie mindestens 30 Tage lang vegan leben. Denn pflanzliche Nahrungsmittel brauchen um ein Vielfaches weniger Wasser- und Landressourcen, entlasten die Umwelt, sparen Treibhausgase, reduzieren internationale Abhängigkeiten und schonen Milliarden Leben jährlich. Die tierhaltende Landwirtschaft trägt entscheidend zur aktuellen Problematik bei, unter anderem durch Ressourcenverschwendung, Landumnutzung für die Tierhaltung, Monokulturen und Pestizideinsatz. Langfristig setzt sich PETA für einen vollständigen Ausstieg aus der Tierwirtschaft ein.
„Die Ursache der Wasserkrise in Deutschland können wir nicht mit immer weiteren Hilfspaketen und Symptombehandlung bekämpfen. Nur der Ausstieg aus der Tierwirtschaft und eine vegane Lebensweise werden uns Menschen, die Tiere und unsere Umwelt nachhaltig auf einen gesunden und sicheren Weg bringen“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Aktuell tragen über 90 Prozent der deutschen Bevölkerung durch den Konsum tierischer Produkte zur Klimakatastrophe bei. Wir fordern die Bundesregierung auf, 30 Tage vegan zu leben und so ein deutliches Zeichen für Klimaschutz und eine zukunftsfähige tierfreie Landwirtschaft zu setzen.“
Klimawandel und Umweltzerstörung durch tierische Produkte
Eine Studie der UN-Organisation UNEP aus dem Jahr 2021 bestätigt, dass Fleischkonsum der größte Naturzerstörer ist. [1] Eine weitere Studie aus dem Jahr 2021 schreibt der Tierwirtschaft bis zu 20 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase zu – das ist mehr, als der gesamte Verkehrssektor verursacht. [2] Weltweit werden 83 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Weideland für die Tierhaltung oder für den Anbau von Nahrungsmitteln für die Tierwirtschaft genutzt. Die Monokulturen können nur mit dem Einsatz von Pestiziden Erträge generieren, was wiederum das Artensterben und den Biodiversitätsverlust befeuert. Und doch liefern tierische Produkte insgesamt nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine für die menschliche Ernährung. [3] Die Herstellung tierischer Produkte zählt zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Produktionszweigen unserer Zeit.
PETAs Ausstiegsplan
PETAs Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft fasst die ökologischen, ökonomischen und sozialethischen Probleme der heutigen Landwirtschaft zusammen. Zudem werden Möglichkeiten für den Ausbau des veganen Ökolandbaus vorgestellt, der ohne Tierhaltung oder Nutzung von tierischen und chemischen Düngemitteln sowie Pestiziden und Monokulturen auskommt. Der Plan präsentiert eine alternative Nahrungsmittelproduktion und unterbreitet Strategien für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Für einige Maßnahmen müssen Gelder in die Hand genommen werden, bei anderen werden massiv Kosten eingespart. Wiederum andere wirken allein durch veränderte Regelungen und Rahmenbedingungen.
Veganer Ökolandbau als Lösung für nachhaltigen Klimaschutz
Wird der vegane Ökolandbau stärker gefördert, können die lebensmittelbedingten Emissionen zeitnah nachhaltig und effizient gesenkt werden. Pflanzliche Lebensmittel sparen im Vergleich zu tierischen Produkten zahlreiche Ressourcen. Sie haben eine bessere Klimabilanz und können weitaus umweltschonender produziert werden. Den größten Beitrag zum Klimaschutz können Verbraucherinnen und Verbraucher daher leisten, indem sie sich vegan ernähren.
Um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, kommen im veganen Ökolandbau viele natürliche Techniken zum Einsatz. Dazu zählen vielfältige Fruchtfolgen, Mulchen, Düngen mit pflanzlichen Gärresten oder die Verwendung von Kompost. Erste Erfahrungen mit biozyklisch-vegan bewirtschafteten Flächen zeigen positive Effekte auf Bodenfruchtbarkeit und Humusaufbau. [4, 5] Mithilfe dieser Techniken ist es möglich, Stickstoff in den Boden einzuarbeiten – ganz ohne Gülledüngung. Leguminosen wie Ackerbohnen, Lupinen und Soja binden Stickstoff aus der Luft und stellen ihn Pflanzen, die später in der Fruchtfolge angebaut werden, zur Verfügung. [4, 5, 6] Viele dieser Leguminosen eignen sich direkt als Nahrung für den Menschen. Dadurch lassen sich Ressourcen effizienter nutzen, ohne Tiere auszubeuten oder zu töten.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
