Tierquäler gesucht: Einem Medienbericht zufolge haben Unbekannte im Kreis Gotha zwei Kaninchen ausgesetzt. Am 3. August haben aufmerksame Spaziergänger ein schwarzes männliches Kaninchen an einem Feldrand bei Leina entdeckt. Das Tier habe einen stark verfilzten Unterbauch gehabt und sei auf Hilfe angewiesen gewesen. Ein zweites Kaninchen sei vergangenes Wochenende auf dem Radweg zwischen Hohenkirchen und Herrenhof gefunden worden. Das weibliche Tier mit Trikolor-Färbung sei in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand gewesen. Neben einer schweren Augenentzündung habe es eine eitrige Beule am Unterkiefer gehabt. Beide Tiere werden im Tierheim „Arche Noah“ in Gotha-Uelleben versorgt. Hinweise nimmt das Tierheim unter der Telefonnummer 03621/755 425 entgegen.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Wir möchten helfen aufzuklären, wer die Kaninchen ausgesetzt und einfach sich selbst überlassen hat. Der Täter hat damit bewusst den möglichen Tod der Tiere in Kauf genommen“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Der oder die Halterin hätte genug Verantwortungsbewusstsein zeigen und stattdessen ein Tierheim oder einen Tierschutzverein um Hilfe bitten müssen. Hilflose Tiere einfach auszusetzen und damit ihr Leben zu riskieren, ist tierschutzwidrig und muss bestraft werden. Wir hoffen auf zielführende Hinweise aus der Bevölkerung, um das ehemalige Zuhause der zwei Kaninchen zu ermitteln.“
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 Nr. 2 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Das Tierschutzgesetz greift auch, wenn Halter die Tiere nicht artgerecht unterbringen und versorgen oder notwendige Hilfeleistung unterlassen.
Fachleute aus Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
