Am kommenden Wochenende startet die Fußball-Bundesliga in die neue Saison. Beim ersten Heimspiel von Eintracht Frankfurt am 6. September soll auch Steinadler Attila wieder im Stadion zum Einsatz kommen. Seit vielen Jahren wird der Greifvogel bei Heimspielen als „Maskottchen“ vor Zehntausenden Menschen zur Schau gestellt. PETA hat den Vorstand des Vereins Ende Juli in einem Schreiben erneut aufgefordert, Attila in einer Auffangstation endlich in „Rente“ zu schicken und künftig vom Einsatz lebender Tiere im Stadion abzusehen. Bereits 2023 hatte sich die Tierrechtsorganisation mit diesem Appell an Eintracht Frankfurt gewandt. Der mittlerweile 22-jährige Adler-Opi soll seinen Lebensabend ohne stressige Stadioneinsätze verbringen – fernab von Menschenmassen, Lärm und häufigen Transporten. Stattdessen könnte beispielsweise ein 3-D-Adler-Hologramm für Stimmung bei den Fans sorgen.
„Seit Jahren muss Attila als lebendes Maskottchen vor Zehntausenden Menschen ausharren. Mit 22 Jahren hat dieser Adler-Opi endlich Ruhe verdient“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Kein Tier sollte für ein paar Minuten Stadionatmosphäre Lärm, Transporte und Menschenmassen ertragen müssen. Andere Events begeistern ihr Publikum längst mit tierfreien Technologien statt mit lebenden Tieren. Es ist höchste Zeit, dass sich Eintracht Frankfurt daran ein Beispiel nimmt und Attila endlich in Rente schickt.“
Nicht nur im Eintracht-Stadion ist Attila massiven Stress ausgesetzt. Auch bei anderen Veranstaltungen wird das sensible Wildtier als „Publikumsmagnet“ zur Schau gestellt. Erst Mitte Juni musste der Vogel beim Hessentag in Fulda als Fotomotiv herhalten. [1]
PETA fordert generelles Verbot der Falknerei
Falkner sind überwiegend Hobbyjäger, die Falken und Greifvögel wie Adler, Habichte oder Bussarde einsperren und über Nahrungsentzug gefügig machen, um sie bei der Beizjagd auf andere Wildtiere zu hetzen. Die sensiblen und hochintelligenten Vögel jagen in Freiheit, um zu überleben. Falkner richten sie schon als Jungtiere ab, wobei sie größtenteils auf den Menschen fehlgeprägt werden, und nutzen sie dann für die Jagd auf Hasen, Tauben, Füchse oder andere Tiere aus. Gängige Haltungsform in der Falknerei ist die stunden- oder tagelange Anbindung der Vögel, sodass sie große Teile ihres Lebens an den Füßen angebunden auf einem Holzpflock verbringen. Ein selbstbestimmtes Leben wird ihnen verwehrt. Gemäß den in Deutschland geltenden Mindestanforderungen an die falknerische Haltung von Greifvögeln ist es zulässig, wenn sie jeden zweiten Tag kurz fliegen dürfen – und dies nur in der Trainings- und Freiflugzeit. Ihrem natürlichen Verhalten können sie somit kaum nachgehen.
Steinadler sind Greifvögel, deren Reviere in der Natur häufig eine Fläche von 50 Quadratkilometern umfassen und die täglich längere Zeit im Gleitflug verbringen. Steinadler wie Attila leben monogam und führen innige Beziehungen zu ihren Partnertieren. Ihre Lebenserwartung liegt bei 20 Jahren und mehr.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
