Greifvogelvorführungen, Ritterturnier und Eselreiten: PETA kritisiert „Mittelalterliches Spektakulum“ in Hander Arena

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Von heute bis Sonntag findet das „Mittelalterliche Spectaculum“ in der Hander Arena in Gundelfingen statt. Auf dem Programm stehen Rittershows, bei denen die Darsteller Gefechte auf den Rücken von Pferden austragen. Zudem soll für Kinder Eselreiten angeboten werden und auch Falknerei zum Angebot gehören. [1] PETA kritisiert, dass die sensiblen Tiere auf dem Mittelaltermarkt inmitten von Menschenmassen, Lärm und ungewohnter Umgebung erheblichem Stress ausgesetzt werden. Für Pferde bedeuten Ritterturniere zudem ein hohes Verletzungsrisiko. Die Tierrechtsorganisation appellierte daher heute an den Veranstalter, dieses und künftige Feste nur noch ohne Tiere durchzuführen.

„Während Menschen auf dem Mittelaltermarkt feiern, müssen Pferde, Esel und Greifvögel den Lärm, das Gedränge und den Trubel aushalten“, so Julia Weibel, Fachreferentin bei PETA. „Die sensiblen Tiere sind keine Requisiten und keine Fahrgeschäfte für Kinder. Wir appellieren an den Veranstalter, Mitgefühl zu zeigen und künftig vollständig auf Tiere zu verzichten.“

PETA erhält jedes Jahr Beschwerden von Besuchern von Mittelaltermärkten, auf denen Greifvögel und andere Tiere als vermeintliche Attraktion präsentiert werden. Versuche, der belastenden Situation durch Wegfliegen zu entkommen, werden durch die Anbindung unmöglich gemacht. Laut „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln (Accipitriformes, Falconiformes) und Eulen (Strigiformes)“ (BMLEH, 2024) wird „die Zurschaustellung von Greifvögeln oder Eulen an ständig wechselnden Orten (einschließlich Flugschauen) und deren Haltung in mobilen Einrichtungen […] abgelehnt.“

PETA fordert generelles Verbot der Falknerei

Falkner sind überwiegend Hobbyjäger, die Falken und Greifvögel wie Adler, Habichte oder Bussarde einsperren und über Nahrungsentzug gefügig machen, um sie bei der Beizjagd auf andere Wildtiere zu hetzen. Die sensiblen und hochintelligenten Vögel jagen in Freiheit, um zu überleben. Falkner richten sie schon als Jungtiere ab, wobei sie größtenteils auf den Menschen fehlgeprägt werden, und nutzen sie dann für die Jagd auf Hasen, Tauben, Füchse oder andere Tiere aus. Gängige Haltungsform in der Falknerei ist die stunden- oder tagelange Anbindung der Vögel, sodass sie große Teile ihres Lebens an den Füßen angebunden auf einem Holzpflock verbringen. Ein selbstbestimmtes Leben wird ihnen verwehrt. Gemäß den in Deutschland geltenden Mindestanforderungen an die falknerische Haltung von Greifvögeln ist die Haltung zulässig, wenn sie jeden zweiten Tag kurz fliegen dürfen – und dies nur in der Trainings- und Freiflugzeit. Ihrem natürlichen Verhalten können sie somit kaum nachgehen.

Rittershows: Stress und Verletzungsrisiken für Pferde

Für Ritter- und Feuershows werden Pferde häufig gewaltvollen Dressurmethoden sowie erheblichem Stress ausgesetzt und zu unnatürlichen Verhaltensweisen gezwungen. Die Fluchttiere müssen in lauter, ungewohnter Umgebung auftreten. Häufige und beengte Transporte, unzureichende Auslaufmöglichkeiten und ungewohnte Umgebungen verschärfen diese Belastung zusätzlich. Zudem vermitteln solche Shows dem Publikum nach Auffassung von PETA ein problematisches Bild, indem sie tierschutzwidrige Praktiken als Unterhaltung darstellen und die Bedürfnisse der Tiere ignorieren.

Beim Eselreiten werden die Tiere in der Regel stundenlang angebunden – unterbrochen nur von kurzen Reiteinsätzen mit wechselnd aufsitzenden Kindern. Schlecht sitzende Sättel, Lärm und monotone Bewegungsabläufe prägen oft das Bild eines tierschutzwidrigen Einsatzes der sensiblen Tiere.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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