In Brannenburg wurde mutmaßlich der Körper einer toten Krähe aufgehängt – vermutlich, um ihre lebenden Artgenossen abzuschrecken. Eine Autofahrerin entdeckte den Vogel und wandte sich mit Fotos an PETA. Wegen möglicher Verstöße gegen seuchenschutzrechtliche Vorschriften, Belästigung der Allgemeinheit (§ 118 OWiG) sowie der möglichen illegalen Tötung der Krähen hat die Tierrechtsorganisation Anzeige beim Kreisveterinäramt Rosenheim erstattet.
„Diese Vergrämungsmethode ist archaisch, unwirksam und birgt Risiken. Wie andere Veterinärämter sollte auch die Behörde in Rosenheim das Abhängen der Tierkörper anordnen“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Für Tier- und insbesondere Vogelfreunde ist es ein schwer zu ertragender Anblick. Spätestens die Coronakrise und die aktuelle Vogelgrippe sollten uns gelehrt haben, wie verantwortungslos es ist, die Leichen der Tiere zum langsamen Verwesen aufzuhängen.“

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Nach Auffassung von PETA sollten Behörden sogenannte Vergrämungsmethoden mit toten Tieren grundsätzlich untersagen, zumal hier auch eine Belästigung der Allgemeinheit gemäß § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes vorliegen könnte. Jedes Jahr werden allein in Deutschland über 100.000 Krähen getötet. Nennenswerte Ernteschäden sind wissenschaftlich nicht bewiesen und dienen bei der Hobbyjagd auf die Vögel meist als Vorwand. Bei einem ähnlichen Fall im Juli 2025 ordnete die Wormser Umweltbehörde an, dass die Tierkörper abgehängt werden müssen. [1] Das Kreisveterinäramt Weilheim-Schongau forderte im Mai 2026 einen Landwirt auf, die toten Vögel abzuhängen. Er wurde von der Behörde über „die Bedeutung einer ineffizienten Vergrämungsmethode und die damit verbundene negative Außenwirkung der Maßnahme belehrt”. Auch „negative Aspekte, wie das Anlocken von Aasfressern und die grundlegende Bedeutung im Zusammenhang mit Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz landwirtschaftlicher Tierhaltungen“ wurden demnach erörtert. [2]
Beispiel des Kantons Genf verdeutlicht: Jagd ist überflüssig
Anerkannte Wildbiologen bestätigen, dass die Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge regulieren sich wild lebende Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse selbst, beispielsweise durch die Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten. [2] Der Kanton Genf ist nur ein Beispiel dafür. Dort ist die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten und die Natur reguliert sich weitgehend selbst. Die Folgen sind eine hohe Artenvielfalt sowie gesunde und stabile Wildtierpopulationen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
