Heute beginnen die „BodenseefischWochen“. Bis zum 11. Oktober setzen hierbei 22 Gastronomiebetriebe rund um den Bodensee auf regional gefangene Fische. PETA hat die teilnehmenden Restaurants am Donnerstag in einem Schreiben aufgefordert, Mitgefühl zu zeigen und die Wassertiere von der Karte zu streichen. Stattdessen empfiehlt die Tierrechtsorganisation, regionales und saisonales Gemüse in den Mittelpunkt der Aktionswochen zu stellen. Kürbis, Kartoffeln, Rote Bete, Kohlrabi, Wirsing, Mangold und Bodensee-Äpfel bieten zahlreiche Möglichkeiten für herbstliche Gerichte, für die kein Tier getötet werden muss.
„Fische sind fühlende Wirbeltiere und keine Nahrung. Die BodenseefischWochen sollten deshalb ihren Fokus vom Wasser auf den Acker verschieben und die vielfältigen pflanzlichen Stars der Region in den Mittelpunkt stellen“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Wir appellieren an die teilnehmenden Restaurants, aus den BodenseefischWochen künftig BodenseegemüseWochen zu machen. Dann könnte sich auch die Felchenpopulation im Bodensee wieder erholen.“
Mehr als eine Billion Fische werden jedes Jahr getötet
Neben den Fischen im Bodensee werden weltweit jedes Jahr mehr als eine Billion Individuen mit Netzen, Keschern und Angelhaken gefangen und getötet, damit Menschen die sensiblen Lebewesen essen können. Mehr als 500 Milliarden Fischen wird enormes Leid zugefügt, um aus ihnen Fischmehl und -öl für die Fütterung der 180 Milliarden Fische herzustellen, die weltweit in Aquakulturen leiden. [1] Hinzu kommen Tausende Meerestiere, die als unerwünschter „Beifang“ in den Netzen landen und oft tot wieder über Bord geworfen werden.
Fische sind sensibel, spüren Schmerz und sind hochintelligent
Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise, schließen Freundschaften, beschützen ihren Nachwuchs, und sie spüren Schmerzen. [2] Internationale Studien bestätigen dies; auch das Friedrich-Loeffler-Institut kam zu dem Schluss, dass Fische schmerzfähig sind und als sensible Lebewesen geschützt werden sollten. [3] Studien zeigen zudem, dass die Tiere über bemerkenswerte kognitive Fähigkeiten verfügen: Putzerfische können ihr Gesicht auf Fotos und im Spiegel wiedererkennen [4] und Seebrassen Tauchende an der Farbe ihrer Ausrüstung voneinander unterscheiden. [5] Forschende der Universität Bonn fanden heraus, dass Fische addieren und subtrahieren können. [6] Eine Studie von Februar 2026 zeigt außerdem, dass Putzerfische nicht nur ihr Spiegelbild erkennen, sondern auch mit diesem interagieren, indem sie ein Stück Nahrung benutzen. Dieses Verhalten gilt als „Kontingenzprüfung“ und deutet auf hohe kognitive Fähigkeiten hin. Es wurde auch bei Delfinen beobachtet. [7]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
