Einem Medienbericht zufolge kollidierte am Donnerstagabend eine Kutsche in Fuchstal mit einem abgestellten Wagen. Offenbar funktionierten die Bremsen nicht. Dies habe der 65-jährige Fahrer unterwegs bemerkt. Mehrfach soll die Kutsche auf die beiden Pferde, die sie zogen, aufgefahren sein. Daraufhin seien diese in Panik geraten und der Fahrer habe die Kontrolle über das Gespann verloren. Erst nach dem Unfall kam es zum Stehen. Die Pferde wurden nicht verletzt. Der Sachschaden des PKW soll sich auf 7.000 Euro belaufen. Angesichts dieses Vorfalls forderte PETA Landrätin Daniela Groß heute auf, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Landsberg am Lech einzuführen.
„Wie durch ein Wunder scheint niemand verletzt worden zu sein. Allerdings ist das die Ausnahme. Immer wieder kommt es bei Kutschfahrten zu schweren Unfällen. Pferde sind sensible Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken, schnell in Panik geraten und unkontrolliert loslaufen können. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder über moderne Bremssysteme noch über eine Knautschzone verfügen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Der Landkreis Landsberg am Lech sollte Konsequenzen ziehen und ein Kutschverbot beschließen – zum Schutz von Pferden und Menschen.“
39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025
Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Vier Pferde starben, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.
Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt
PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
