Im Kölner Zoo wurde bei zwei verstorbenen Enten das Vogelgrippe-Virus festgestellt. Auf behördliche Anordnung wurden daraufhin 25 weitere Tiere getötet. Sie waren gemeinsam mit den infizierten Vögeln in einer Quarantäne-Einrichtung untergebracht. Laut Medienberichten hatte der Zoo insgesamt 27 Entenvögel einer nicht näher benannten Art von einem Händler gekauft, um den eigenen Bestand „aufzustocken“. PETA erinnert daran, dass das Friedrich-Loeffler-Institut bereits im November 2020 vor einem hohen Risiko einer Infektion in Zoos und Tierparks warnte. Denn das Virus kann beispielsweise auch über verunreinigte Schuhe oder Streu in andere Gehege und Volieren gelangen. [1] Beim „Vogelgrippe“-Ausbruch 2015 haben Zoos allein in Mecklenburg-Vorpommern schätzungsweise 300 Vögel getötet [2] – das darf sich nach Ansicht der Tierrechtsorganisation nicht wiederholen. PETA fordert den Kölner Zoo auf, die Vogelhaltung vollständig zu beenden.
„Besonders erschreckend ist, dass der Kölner Zoo die betroffenen Enten offenbar erst kurz zuvor von einem Händler erworben hatte, um den sogenannten Bestand aufzustocken. Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr, welche Risiken entstehen, wenn Zoos Tiere wie austauschbare Ausstellungsobjekte behandeln“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie. „Krankheiten und Viren können sich schnell ausbreiten, wenn Tiere auf relativ engem Raum gehalten werden. Solange Zoos empfindsame Lebewesen gefangen halten und zur Schau stellen, bleiben Risiken für Tiere und Menschen.“
Zoos bedeuten Tierleid
PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft ein. Kein noch so großes oder für die Besucher optisch ansprechendes Zoogehege kann die Bedürfnisse der Tiere auch nur annähernd erfüllen. Auch mit Artenschutz hat das Einsperren von fühlenden Lebewesen in Zoos nach Ansicht der Tierrechtsorganisation nichts zu tun. Auswilderungen finden bei den allermeisten Tierarten nicht statt. In Gefangenschaft haben sie nahezu keine Möglichkeit, Verhaltensweisen zu erlernen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind. Zudem erfüllen Zoos nach Auffassung von PETA keinen Bildungsauftrag. Das Publikum lernt durch die Zurschaustellung von Tieren nichts über ihr natürliches Verhalten. Die bei vielen Tierarten in Zoos auftretenden Verhaltensstörungen werden dagegen vermehrt als normale Verhaltensweisen angesehen. PETA fordert daher, finanzielle Mittel in den Schutz der natürlichen Lebensräume zu investieren. Nachzucht und Haltung sollen auslaufen, statt weiter gefördert zu werden.
Gefangenhaltung von Tieren birgt Risiko für Zoonosen wie COVID-19
Es gibt verschiedene Subtypen des „Vogelgrippe“-Virus. Der in Teilen der Welt dominierende Subtyp H5N1 gilt auch für Menschen als potenziell gefährlich. Eine Infektion kann in seltenen Fällen tödlich enden. Drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger sind sogenannte Zoonosen, wurden also vom Tier auf den Menschen übertragen. Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [3]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
