Einem Medienbericht zufolge hat ein Jäger am Dienstagabend in Sukow drei Wildschweine erschossen, nachdem diese geflüchtet und in einen Gartenpool gestürzt waren. Nachdem der Mann ein Tier bei der Jagd in einem Maisfeld angeschossen hatte, seien weitere Wildschweine aufgeschreckt und durch das Dorf geflüchtet. Einige Tiere sollen dabei die Terrassentür aufgestoßen und durch das Haus gelaufen sein. Anschließend seien drei von ihnen in einen Pool im Garten gestürzt. Polizisten vor Ort hätten entschieden, dass eine Rettung zu gefährlich gewesen sei. Daraufhin erschoss ein Jäger die Wildschweine direkt im Pool. PETA nimmt an, dass die Tiere bei einer Drück-, beziehungsweise sogenannten Erntejagd aufgeschreckt wurden. Die Tierrechtsorganisation forderte deshalb Landwirtschaftsminister Till Backhaus heute in einem Schreiben auf, diese und andere Formen der Bewegungsjagden zu verbieten.
„Von Hobbyjägern mit Schüssen in Panik versetzt, flohen die Wildschweine verzweifelt durch den Ort, bis drei von ihnen in einem Gartenpool in der tödlichen Falle saßen. Die Tiere müssen unglaubliche Todesängste erlitten haben, bis das Gemetzel ihrem Leben ein Ende setzte“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Die Jagd auf Wildschweine ist vollkommen sinnlos und kontraproduktiv. Minister Till Backhaus muss zumindest dieser besonders grausamen Form der Jagd, bei der die Tiere gehetzt und während der Flucht oft nur angeschossen werden, ein Ende setzen. Bei Erntejagden werden zudem immer wieder Menschen angeschossen oder getötet.“
Wildschweinjagd völlig sinnlos
PETA setzt sich für ein Ende der Jagd auf Wildschweine ein. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt [1]. Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Population der Wildschweine in dem jeweiligen Gebiet erhöht. Die Drückjagd auf die Tiere ist zudem außerordentlich grausam. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben dabei rund zwei Drittel der Wildschweine nicht sofort [2]. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die verängstigten Tiere, quälen sich oft tagelang und sterben einen qualvollen Tod. Immer wieder flüchten die Tiere bei den Bewegungsjagden auch auf Straßen oder in Wohngebiete und verletzen sich und andere schwer.
Unfälle mit tödlichen Schüssen und Gewalttaten häufen sich
Neben absichtlichen Gewalttaten durch Jäger sorgten in den vergangenen Jahren allein in Deutschland zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Im September wurde ein 56-Jähriger in Jänickendorf mutmaßlich bei einem Jagdunfall tödlich verletzt. Im Januar hat ein 22-Jähriger in Warburg von einem Hochsitz aus seinen 23-jährigen Bekannten auf einem nahegelegenen Nachbarhochsitz tödlich getroffen. Ebenfalls im Januar wurde in Beckeln einer 58-Jährigen von einem Jäger in den Oberschenkel geschossen. Im November 2025 hat der Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf seinen 20-jährigen Begleiter angeschossen, als sich beim Kontrollieren des Ladezustandes ein Schuss aus der Waffe löste. Ende April 2025 wurde ein 69-Jähriger in Haltern am See schwer verletzt, als sich ein Schuss aus der Jagdwaffe seines 56-jährigen Begleiters löste. Im selben Monat erschoss sich ein Jäger in Hagen versehentlich selbst, als sich bei der Beobachtung von Wildschweinen ein Schuss aus seiner Waffe löste. Anfang Januar 2025 wurde ein Jäger auf einem Hochstand bei Ruchow von einer mutmaßlich verirrten Kugel eines Jagdkollegen tödlich getroffen. Im Dezember 2024 wurde eine Frau bei einer Treibjagd in Barßel vor ihrem Wohnhaus durch einen Schuss schwer verletzt. Im August 2024 verletzte ein Jäger seinen Jagdbegleiter in Heubach schwer durch einen Schuss im Kopfbereich.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
