Falknerei und Ritter mit Pferd: PETA kritisiert Tiere als Attraktion auf Mittelaltermarkt in Heusenstamm

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Am kommenden Samstag und Sonntag findet der Mittelaltermarkt rund um Schloss Schönborn in Heusenstamm statt. Auf dem Programm steht unter anderem die „Falknerei der Grafen vom Trifels“. Zudem soll ein als Ritter auftretender Künstler mit einem Pferd über den Markt ziehen. [1] PETA kritisiert, dass sensible Tiere inmitten von Menschenmassen, Lärm und ungewohnter Umgebung erheblichem Stress ausgesetzt werden können. Die Tierrechtsorganisation appellierte daher bereits im Frühjahr an den Veranstalter, dieses und künftige Feste nur noch ohne Tiere durchzuführen.

„Während Menschen auf dem Mittelaltermarkt feiern, müssen Greifvögel und ein Pferd den Lärm, das Gedränge und den Trubel aushalten“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Die sensiblen Tiere sind keine Requisiten und gehören nicht auf Feste. Wir appellieren an den Veranstalter, Mitgefühl zu zeigen und künftig vollständig auf Tiere zu verzichten.“

PETA erhält jedes Jahr Beschwerden von Besuchern von Mittelaltermärkten, auf denen Greifvögel und andere Tiere als vermeintliche Attraktion präsentiert werden. Versuche, der belastenden Situation durch Wegfliegen zu entkommen, werden durch die Anbindung unmöglich gemacht. Laut „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln (Accipitriformes, Falconiformes) und Eulen (Strigiformes)“ (BMLEH, 2024) wird „die Zurschaustellung von Greifvögeln oder Eulen an ständig wechselnden Orten (einschließlich Flugschauen) und deren Haltung in mobilen Einrichtungen […] abgelehnt.“ Nach Schreiben von PETA haben 2026 mehrere Veranstalter und Falkner beschlossen, keine Greifvögel mehr zu präsentieren.  

PETA fordert generelles Verbot der Falknerei

Falkner sind überwiegend Hobbyjäger, die Falken und Greifvögel wie Adler, Habichte oder Bussarde einsperren und über Nahrungsentzug gefügig machen, um sie bei der Beizjagd auf andere Wildtiere zu hetzen. Die sensiblen und hochintelligenten Vögel jagen in Freiheit, um zu überleben. Falkner richten sie schon als Jungtiere ab, wobei sie größtenteils auf den Menschen fehlgeprägt werden, und nutzen sie dann für die Jagd auf Hasen, Tauben, Füchse oder andere Tiere aus. Gängige Haltungsform in der Falknerei ist die stunden- oder tagelange Anbindung der Vögel, sodass sie große Teile ihres Lebens an den Füßen angebunden auf einem Holzpflock verbringen. Ein selbstbestimmtes Leben wird ihnen verwehrt. Gemäß den in Deutschland geltenden Mindestanforderungen an die falknerische Haltung von Greifvögeln ist die Haltung zulässig, wenn sie jeden zweiten Tag kurz fliegen dürfen – und dies nur in der Trainings- und Freiflugzeit. Ihrem natürlichen Verhalten können sie somit kaum nachgehen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Stadt Heusenstamm (30. September 2026): Mittelaltermarkt am 10. und 11. Oktober 2026 im Schloss Schönborn in Heusenstamm: Zeitreise vor historischer Schlosskulisse. Online abrufbar unter: https://www.heusenstamm.de/de/buerger-und-stadt/pressecenter/aktuelle-meldungen/detail/item/9871/mittelaltermarkt-am-10-und-11-oktober-2026-im-schloss-schoenborn-in-heusenstamm-zeitreise-vor-historischer-schlosskulisse. (06.10.2026).

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