Zauberkunst ohne Tierleid: Bei der FISM-Europameisterschaft der Zauberkunst 2027 im spanischen Manresa sind Auftritte mit lebenden Tieren sowohl im Wettbewerb als auch in den Gala-Shows untersagt. Grund dafür seien die Vorschriften der katalanischen Regierung und die Vorgaben des Veranstaltungsortes. [1] PETA begrüßt die Entscheidung und appellierte in einem Schreiben an Andrea Baioni, den Präsidenten des internationalen Dachverbands der Zaubervereine (Fédération Internationale des Sociétés Magiques) mit Hauptsitz im Schweizer Lausanne, Tierauftritte künftig bei sämtlichen Wettbewerben und Veranstaltungen auszuschließen. Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass Tiere für die Unterhaltung des Publikums Stress und körperlichen Risiken ausgesetzt werden.
„Die beeindruckendste Magie entsteht durch Kreativität und Geschick – nicht durch die Ausbeutung von Tieren“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Kaninchen, Tauben und andere Tiere werden nicht gefragt, ob sie Teil einer Zaubershow sein möchten. Sie empfinden Angst, Stress und Schmerzen genauso wie wir. Die FISM sollte mit der Zeit gehen und Tierauftritte konsequent verbieten.“
Zaubertricks mit Tieren verursachen erheblichen Stress
Tiere, die für Zaubertricks oder andere Bühnenauftritte eingesetzt werden, sind meist unnatürlichen Trainingsmethoden, Transporten und ständig wechselnden Umgebungen ausgesetzt. Abseits der Bühne werden sie oft in Käfigen, Transportboxen oder anderen beengten Unterkünften gehalten. Während der Vorstellungen erleben sie grelles Scheinwerferlicht, laute Musik, Applaus und Menschenmengen. Zudem werden insbesondere Kaninchen und Vögel oftmals in kleinen Kisten, versteckten Fächern, Käfigen oder sogar in der Kleidung von Zauberkünstlern verborgen. Für die Tiere kann dies mit Angst, erheblichem Stress und körperlichen Risiken verbunden sein.
Kaninchen sind soziale, neugierige und aktive Lebewesen mit individuellen Persönlichkeiten. Sie erkunden ihre Umgebung, schließen Freundschaften und haben komplexe Bedürfnisse. Tauben leben ebenfalls hochsozial, gehen oft lebenslange Partnerschaften ein und ziehen ihren Nachwuchs gemeinsam auf. Beide Tierarten sind empfindsame Individuen, die Freude, Angst und Leid empfinden können. Dennoch werden sie in Zaubershows häufig als bloße Requisiten behandelt.
Moderne Zauberkunst braucht keine lebenden Tiere
PETA weist darauf hin, dass moderne Zauberkunst das Publikum auch ohne Tiere begeistern kann. Große Illusionen entstehen durch Fingerfertigkeit, Theatralik, Humor, innovative Technik und kreative Inszenierungen – nicht durch die Ausbeutung lebender Tiere. Puppen, Animatronik, Robotik und digitale Effekte ermöglichen tierfreie Darbietungen. Mit einem Verbot von Tierdarbietungen könnte die FISM ein deutliches Zeichen für den Tierschutz setzen und gleichzeitig innovative Formen der Zauberkunst fördern.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
