Laut einem Medienbericht entdeckte eine Mitarbeiterin eines Baustoffhandels am Dienstag, 6. Oktober, gegen 11 Uhr eine hochschwangere Katze in einem Müllcontainer der Firma an der Rilkestraße/Ecke Hansastraße in Bünde. Die Frau soll lautes Miauen gehört haben. Daraufhin sei sie in den Container gestiegen und habe das Tier in einem zugeknoteten braunen Müllsack gefunden. Die Mitarbeiterin brachte die Katze in eine Tierarztpraxis. Noch am selben Abend brachte die Vierbeinerin im Tierheim Bünde sechs Babys zur Welt. Eines von ihnen musste reanimiert werden. Die Familie ist inzwischen wohlauf und wird im Tierheim versorgt. Dort erhielt die Katzenmutter den Namen Zera. Der Tierschutzverein Herford bittet um Zeugenhinweise.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich beim Tierschutzverein Herford, bei der Polizei oder bei der Tierrechtsorganisation zu melden: telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail und auch anonym.
„Zera stand kurz davor, ihre sechs Kinder zur Welt zu bringen. Statt eines sicheren Ortes fand sie sich in einem zugeknoteten Müllsack wieder. Ohne die aufmerksame Finderin hätten die Katzenmutter und ihre Kinder wohl nicht mehr lange überlebt“, so Monic Moll, Fachreferentin bei PETA. „Wir wollen helfen aufzuklären, wer sie wie Müll in dem Container entsorgen wollte, und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Eine solche herzlose und grausame Tat darf nicht folgenlos bleiben.“
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist und ebenso den Straftatbestand der Tierquälerei nach Paragraf 17 des Gesetzes erfüllen kann. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Das Tierschutzgesetz greift auch, wenn Halter die Tiere nicht artgerecht unterbringen und versorgen oder notwendige Hilfeleistung unterlassen.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.
Katzenschutzverordnungen verringern Tierleid
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine bundesweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein. Durch eine Registrierung der Tiere können Mensch und Katze schnell und auf einfachem Wege einander zugeordnet werden – auch in Notfällen. Zudem tragen Kastrationen dazu bei, die Population heimatloser Katzen auf Dauer zu reduzieren.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
