Landkreis Ludwigslust-Parchim: Wildschweine nach panischer Flucht in Pool erschossen – PETA erstattet Strafanzeige gegen verantwortliche Personen

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Medienberichten zufolge habe ein Jäger Ende September im Landkreis Ludwigslust-Parchim drei Wildschweine erschossen, nachdem diese durch ein Maisfeld geflüchtet und in einen Gartenpool gestürzt seien. Polizisten vor Ort hätten entschieden, dass eine Rettung zu gefährlich gewesen sei. PETA hat am 21. Oktober bei der Staatsanwaltschaft Schwerin Strafanzeige gegen den Jäger, der die Wildschweine tötete, und etwaige Personen, die die Tötung der Wildschweine behördlich anordneten, erstattet. PETA bezweifelt, dass die grausamen Tötungen notwendig gewesen seien, und erwartet eine neutrale Prüfung des Sachverhalts. Sollte sich herausstellen, dass beispielsweise eine Betäubung und eine anschließende Bergung der Tiere möglich gewesen wären, wäre die Maßnahme wohl auch kraft Gefahrenabwehrrechts nicht gerechtfertigt gewesen.

„Die Wildschweine müssen unvorstellbare Ängste erlitten haben, als sie auf ihrer verzweifelten Flucht in den Pool stürzten und die ersten Schüsse fielen. Ob die Maßnahme wirklich erforderlich war, muss nun staatsanwaltschaftlich geprüft werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Die Jagd auf Wildschweine ist ohnehin vollkommen sinnlos und kontraproduktiv. Wer ein Tier ohne einen vernünftigen Grund tötet, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und muss zur Rechenschaft gezogen werden.“

Die Wildschweine flüchteten Medienberichten zufolge durch Feld und Ortschaft. Möglicherweise wurden sie im Rahmen einer Drück- beziehungsweise sogenannten Erntejagd in Panik versetzt. Die Tierrechtsorganisation forderte deshalb den Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, Anfang Oktober in einem Schreiben auf, diese und andere Formen der Bewegungsjagden zu verbieten, da diese mit erheblichem Tierleid einhergehen.

Wildschweinjagd völlig sinnlos

PETA setzt sich für ein Ende der Jagd auf Wildschweine ein. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. [1] Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Fortpflanzungsaktivitäten der Wildschweine in dem jeweiligen Gebiet erhöhen. Die Drückjagd auf die Tiere ist zudem außerordentlich grausam. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben dabei rund zwei Drittel der Wildschweine nicht sofort. [2] Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die verängstigten Tiere und sterben einen langen, qualvollen Tod. Immer wieder flüchten die Tiere bei den Bewegungsjagden auch auf Straßen oder in Wohngebiete und verletzen sich und andere schwer.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.
[2] Reichholf, J. H. (ohne Datum): Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Beitrag SWR BW. Online abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=-Ls-m1kDwVY (30.10.2026).

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