Grausame Vergrämungsmethode: Einer Whistleblower-Meldung zufolge wurde Mitte Oktober eine tote Taube an Spikes entdeckt, die den Schriftzug einer Sparkassenfiliale in Jüterbog umrahmen. Das tote Tier habedort mindestens vom 14. bis zum 20. Oktober gehangen. PETA verurteilt solche Vergrämungsmethoden scharf, die immer wieder zu toten und verletzten Tauben führen. Die Tierrechtsorganisation forderte daher die zuständige Veterinärbehörde auf, die Vorrichtung schnellstmöglich entfernen zu lassen. PETA kontaktierte auch die Sparkasse, erhielt bisher aber keine Antwort und erstattete am 27. Oktober bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin Strafanzeige gegen die Verantwortlichen wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.
„Dass Tauben regelmäßig verletzt werden oder gar ihr Leben verlieren, nur weil sie an manchen Orten unerwünscht sind, ist einfach nur grausam. Sogenannte Stadttauben kämpfen in unseren Städten ohnehin täglich ums Überleben. Anstatt ihnen zu helfen, werden sie auch noch mit Metallspitzen und Netzen vertrieben“, so Monic Moll, Fachreferentin für Whistleblower-Fälle bei PETA. „Dabei sind die Tiere als Nachkommen domestizierter Tauben auf menschliche Fürsorge angewiesen. Statt gefährlicher Vergrämungsmethoden braucht es betreute Taubenschläge und zugleich tierfreundliche bauliche Lösungen.“
Zahlreiche Meldungen zu Tauben in lebensgefährlichen Vergrämungsnetzen
Fast wöchentlich erhält PETA Meldungen zu toten und verletzten Tauben, die sich in Vergrämungsnetzen an Bahnhöfen oder öffentlichen Gebäuden verfangen haben. Solche Netze sollen verhindern, dass die Tiere in bestimmte Gebäudebereiche gelangen. Die Vorrichtungen werden oft mangelhaft angebracht und danach selten gewartet. Teils werden sogar Netze befestigt, obwohl sich dahinter noch die Nester und Kinder der Tauben befinden. Gelangen die Elterntiere nicht mehr zu ihrem Nest, bleiben die Taubenkinder schutzlos zurück und sterben an Nahrungsmangel oder Unterkühlung. Viele Abwehrnetze sind anfällig für Beschädigungen, sodass sich Löcher bilden. Versuchen die Tauben, durch diese zu ihren vertrauten Nistplätzen zurückzukehren, können sie sich verfangen.
So können Gebäude tierfreundlich geschützt werden
An Stellen, an denen keine Tauben brüten, können stramm gespannte, sehr engmaschige und hochwertige Netze eingesetzt werden. Zuvor muss sichergestellt sein, dass sich keine Nester oder Jungtiere hinter den Vorrichtungen befinden. Dafür müssen die betroffenen Bereiche gegebenenfalls mithilfe von Wärmebildkameras kontrolliert werden. Eier und Jungtiere dürfen keinesfalls aus den Nestern genommen und auf den Boden gesetzt werden, da dies für sie tödlich enden kann. Tierfreundlichere Alternativen zu Netzen sind beispielsweise feste Drahtgitter oder Plexiglas, die den Zugang zu bestimmten Gebäudebereichen versperren, ohne dass Tauben darin hängen bleiben können.


An der Sparkasse in Jüterbog sind sogenannte Vergrämungsspikes angebracht, auf denen eine Taube aufgespießt war. / © PETA Deutschland e.V.
Die Bilder können hier heruntergeladen werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
