Aholming: Pferdekutsche kollidiert mit Auto, Pferd und zwei Menschen verletzt – PETA fordert Kutschverbot von Landrat Bernd Sibler

Kutsche im Wald, totes Pferd

Einem Medienbericht zufolge kam es am Mittwochabend in Aholming zu einem Unfall mit einer Pferdekutsche. Die beiden Pferde sollen beim Absatteln plötzlich mit der Kutsche losgerannt sein. Laut den Angaben wendeten die Pferde nahe der Ortsmitte und prallten auf dem weiteren Weg in Richtung Ortsausgang mit dem Gespann gegen ein wartendes Auto. Eines der Pferde wurde leicht verletzt und musste von einem Tierarzt versorgt werden. Die Insassen des Autos erlitten ebenfalls leichte Verletzungen und kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. Angesichts dieses Vorfalls forderte PETA Bernd Sibler heute auf, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Deggendorf einzuführen.

„Pferde sind Fluchttiere. Erschrecken sie, geraten sie oft in Panik und lassen sich kaum noch bremsen. Immer wieder passieren schwere Unfälle, teils mit tödlichem Ausgang. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder über sichere Bremssysteme noch über Airbags oder eine Knautschzone verfügen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“

39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. Im Jahr 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Vier Pferde starben, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.

Die häufig schweren Unfallfolgen sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Kutsche im Wald, totes Pferd

Symbolbild: Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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