Erster Negativpreis des Jahres: Laut dem schweizerischen Ovomaltine-Hersteller WANDER AG träumen Kühe davon, dass ihre Milch zu einem Glas Ovomaltine werden würde. Auf der Verpackung des Malzgetränk-Instantpulvers ist zudem eine Kuh abgebildet, die zufrieden schläft. Auf der Website heißt es weiter, dass Rasenmähen das liebste Hobby von Kühen sei. [1] Für diese dreiste Verharmlosung der Lebensbedingungen von Kühen in der Ernährungsindustrie erhält die WANDER AG PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Januar.
„Kühe, die für ihre Milch ausgebeutet werden, träumen nur von einer Sache: einem Leben in Freiheit und Unversehrtheit“, so Scarlett Treml, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Agrarindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Die Ovomaltine-Werbung impliziert mit ihren schamlosen Fehlinformationen, dass Kühe den ganzen Tag auf einer grünen Weide grasen würden. In Wahrheit ist das Leben der Tiere ein einziger Albtraum: Sie werden jedes Jahr künstlich geschwängert, ihre Kinder werden ihnen gewaltsam entrissen. Nach wenigen Jahren der reinen Tortur sind die Kühe derart ausgelaugt, dass sie krank und kraftlos sind oder ihre sogenannte Milchleistung nachlässt. Dann sind sie für die Industrie wertlos und sie werden im Schlachthaus getötet. Auch in der Schweiz fristen über 40 Prozent aller Rinder ihr Dasein in der tierschutzwidrigen Anbindehaltung – fixiert an einem festen Platz im Stall. Die WANDER AG versucht diese grausame Realität mit ihren hinterlistigen Werbebotschaften zu vertuschen. Wir appellieren an alle Menschen, sich rein pflanzlich zu ernähren und Ovomaltine zu boykottieren.“
PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“
Auch im Jahr 2024 zeichnet PETA wieder monatlich Personen, Unternehmen oder Produkte, die sich als besonders speziesistisch und tierfeindlich gezeigt haben, mit dem Negativpreis „Speziesismus des Monats“ aus. Nach einem Jahr wird für den skandalösesten Fall unter den bisherigen „Gewinnern“ der Titel „Speziesismus des Jahres“ verliehen, der in einer öffentlichen Abstimmung ermittelt wird. So hatte Prinz Marcus den Titel vergangenes Jahr erstmals erhalten. PETA möchte mit dem Preis die Gesellschaft für das Thema Speziesismus sensibilisieren und zum kritischen Reflektieren, Umdenken und tierfreundlichen Handeln anregen. Denn speziesistisches Denken schafft die Grundlage dafür, dass Tiere für menschliche Zwecke wie selbstverständlich benutzt, gequält und getötet werden.
Speziesismus – die Diskriminierung anderer Arten
Analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus beschreibt Speziesismus eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden und in sogenannte Haus- und Nutztiere unterteilt: So werden beispielsweise Hunde und Katzen liebevoll umsorgt, Schweine, Rinder und Hühner hingegen getötet und gegessen. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur „falschen“ Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft. Dabei können sie alle Freude und Leid empfinden und haben daher ein Interesse daran und ein Recht darauf, zu leben und nicht verletzt zu werden. PETA vertritt eine anti-speziesistische Sichtweise und betont, dass diese Gemeinsamkeit aller empfindungsfähigen Lebewesen entscheidend ist, wenn es darum geht, wer moralische Rechte hat. Tiere haben dasselbe Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit wie Menschen.

Das Motiv steht Ihnen für die redaktionelle Berichterstattung hier zum Download zur Verfügung.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
