Tierquäler gesucht: Laut einem Medienbericht haben Unbekannte im Wiener Tiergarten Schönbrunn eine Hirschziegenantilope getötet. Eine Mitarbeiterin entdeckte das tote Jungtier am Sonntagmorgen gegen 3 Uhr in dem Gehege. Bei der anschließenden Obduktion wurde eine mutmaßliche Schussverletzung festgestellt. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge wurde der Schuss vermutlich außerhalb des Geheges abgegeben.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich telefonisch bei der Polizei oder unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Wer auch immer die Antilope erschossen hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Tiere in Zoos werden oft nicht ausreichend vor Übergriffen geschützt. Vorfälle wie diesen im Tierpark Schönbrunn können wir künftig nur verhindern, wenn Tiere nicht mehr zu Unterhaltungszwecken eingesperrt werden. Daher fordern wir, die Zucht und Haltung von Tieren in Zoos zu beenden.“
Zoos schützen Tiere häufig nicht ausreichend vor Übergriffen
Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Tiere in Zoo-Gefangenschaft. Allein in Deutschland sind in den vergangenen Jahren mehrere Vorfälle bekannt geworden. Unbekannte haben im April 2024 im Tierpark Fauna in Solingen eine Kängurumutter und ihre Tochter enthauptet. Im März 2024 wurden mehrere Kaninchen aus dem Tierpark in Gera gestohlen. Am selben Wochenende wurde die Bartaffen-Dame Ruma aus dem Leipziger Zoo entführt. Im Juli 2015 wurden drei Löwenkopfaffen aus dem Krefelder Zoo entführt. PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft ein.
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
