Circus Krone mit verhaltensgestörten Elefanten in Saarbrücken: PETA begrüßt klare Positionierung des Stadtrats gegen Tierquälerei

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Saarbrücken / Stuttgart, 22. Mai 2018 – Leid der Tiere stoppen: Ab Donnerstag gastiert Circus Krone mit zahlreichen exotischen Tieren wie Löwen, Tigern, Elefanten und einem Nashorn in Saarbrücken. Die Tierrechtsorganisation PETA begrüßt den erneuten Versuch des Saarbrücker Stadtrats, ein Verbot von Zirkusbetrieben mit Wildtieren zu erwirken. Das 2017 beschlossene Wildtierverbot scheiterte schlussendlich an Bedenken der Kommunalaufsicht, dabei haben hierzulande bereits rund 90 Städte und Gemeinden – beispielsweise Erfurt, Düsseldorf und Stuttgart – ein kommunales Wildtierverbot beschlossen. In der Resolution „Keine städtischen Flächen für Zirkusse mit Wildtieren“ setzte das Gremium nun ein Zeichen gegen Tierquälerei und forderte die Stadtverwaltung auf, sich beim Deutschen Städtetag und der Landesregierung für ein Verbot auf Bundesebene einzusetzen.

„Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Das Leiden der Tiere im Zirkus muss endlich ein Ende haben – auch in Saarbrücken. Den Beschluss des Stadtrats, ein Signal für den Tierschutz zu setzen, begrüßen wir ausdrücklich.“
 
Die Tierrechtsorganisation kritisiert Deutschlands größten Zirkusbetrieb scharf. Ein Video zeigt nicht nur die Verhaltensstörungen der Elefanten, einiger Pferde und Löwen bei Circus Krone, sondern gibt auch einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren: Die Elefanten werden jede Nacht an zwei Beinen fixiert und mit dem Elefantenhaken – einem Stock mit spitzem Metallhaken – gequält, damit sie gehorchen. Die Raubkatzen müssen Peitsche und Stock fürchten, wenn sie die eintönigen Tricks in der Manege verweigern.
 
Mehrere Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten bei Circus Krone in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände bei der Tierhaltung fest, die die Tierrechtsorganisation im Wortlaut auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Darin ist beispielsweise von „erheblichen Leiden“ der Pferde die Rede; bei den Elefanten wurden „deutliche Haltungsmängel und Verhaltensstörungen“ sowie „degenerative Veränderungen“ des Bewegungsapparats nachgewiesen.
 
PETA fordert die Kommunalpolitiker auf, ein rechtssicheres Zirkus-Wildtierverbot auf den Weg zu bringen, in dem vor allem die Abwehr von Gefahren durch gefährliche Großwildtiere im Vordergrund steht. Dafür stellt die Tierrechtsorganisation auf ihrer Website einen Musterantrag zur Verfügung. Hinsichtlich der insgesamt uneinheitlichen Rechtsprechung verschiedener deutscher Gerichte bestätigt ein Gutachten aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), dass kommunale Wildtierverbote auch weiterhin zulässig sind – insbesondere, wenn neben tierschutzfachlicher Erwägungen auch der kommunalrechtlich relevante Aspekt der Gefahrenabwehr als ein wesentlicher Grund für das Verbot genannt wird, denn die Verantwortung dafür liegt bei den Kommunen. Jährlich mehrere Dutzend, teils gefährliche Ausbrüche von Tieren im Zirkus bestätigen die Notwendigkeit einer weitergehenden Regelung.
 
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
[1] Kveton, P. (2016): Zirkus zieht Klage zurück. Kommunen dürfen weiter Verbote für Wildtiere erlassen. In: Bayerischer Rundfunk.
[2] VG München, Az. M7K 13.2449.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/CircusKrone
PETA.de/Tierverbot-Zirkus
PETA.de/Zirkusunfaelle
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, [email protected]

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