„Diensthund“ verletzt Kind in Mülheim an der Ruhr – PETA fordert Abschaffung von Hunden bei der Polizei

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Einem Polizeibericht zufolge ist am vergangenen Freitagabend in Mülheim an der Ruhr ein „Polizeihund“ vom Grundstück eines Diensthundeführers entwichen und verletzte auf dem Nachbarsgrundstück ein Kind. Der Vierbeiner biss dem Neunjährigen ins Gesäß. Er musste ins Krankenhaus gebracht und seine Wunde genäht werden. Die Polizei ermittelt gegen den „Hundeführer“ und seine Frau wegen fahrlässiger Körperverletzung. PETA warnt seit Jahren vor dem Risiko, das von sogenannten Diensthunden auch für unbeteiligte Dritte ausgeht. Die Tiere werden häufig mit gewaltsamen Methoden darauf abgerichtet, Menschen anzugreifen – und sind, wie zahlreiche Vorfälle zeigen, teilweise nicht von ihren Bezugspersonen kontrollierbar. Die Tierrechtsorganisation fordert die Abschaffung der Hundenutzung bei der Polizei.

„Der aktuelle Vorfall zeigt erneut, dass Hunde bei der Polizei nichts zu suchen haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Sie sind von Natur aus freundliche, soziale Lebewesen. Durch gewaltsame Trainingsmethoden werden sie bei der Polizei ‚scharf gemacht‘ und zu einer Art Waffe konditioniert. Ihre Treue zur Bezugsperson wird dabei schamlos ausgenutzt. Das ist unethisch und muss aufhören. Gute Polizeiarbeit kommt ohne Tiere aus.“

„Polizeihunde“: Gefahr für Mensch und Tier

Hunde werden während Polizeieinsätzen häufig verletzt oder bedrohlichen und sogar lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt. In der Vergangenheit sind dabei auch immer wieder unbeteiligte Menschen versehentlich von den Vierbeinern angegriffen worden. Je nach „Verwendung“ fristen die Tiere teilweise zwischen den Einsätzen ein Leben in Zwingern ohne ausreichend soziale Kontakte, obwohl diese für die geselligen Lebewesen essenziell sind. Auch der Dienst selbst ist für die Hunde häufig mit massivem Stress verbunden: Sie können ihren eigenen Bedürfnissen dabei nicht ausreichend nachgehen und werden für menschliche Zwecke instrumentalisiert. Das Schicksal derjenigen Hunde, die sich nicht mehr für die „Arbeit“ eignen, ist zudem oft ungewiss.

Gewalt wird während der Polizeihunde-Ausbildung standardmäßig ausgeübt

Das „Scharfmachen“ sogenannter Polizeihunde basiert noch immer standardmäßig darauf, Zwang und Gewalt auf die Tiere auszuüben. Schläge und andere Formen der Gewalt sind bei der Ausbildung von Polizeihunden keine Seltenheit. PETA macht darauf aufmerksam, dass moderne Trainingsmethoden nicht auf Zwang und Gewalt, sondern auf positiver Verstärkung basieren. Nur so kann Vertrauen zwischen Mensch und Hund aufgebaut werden und auch Bestand haben.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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