Grausame Abschreckungsmaßnahme: Drei tote Krähen wurden augenscheinlich auf einem Erdbeerfeld bei Hofheim aufgehängt – vermutlich, um ihre lebenden Artgenossen abzuschrecken. Empörte Spaziergänger entdeckten die Tiere zwischen Wiesbaden und Hofheim im Ortsteil Wallau und wandten sich mit Fotos an PETA. Die Tierrechtsorganisation hat heute Anzeige beim Veterinäramt und den Ordnungsbehörden des Main-Taunus-Kreises erstattet – wegen möglicher Verstöße gegen seuchenschutzrechtliche Vorschriften, Belästigung der Allgemeinheit (§ 118 OWiG).
„Der Anblick dieser Krähen schockiert jeden Menschen, dem Tiere am Herzen liegen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Diese sogenannte Vergrämungsmethode mit den geschundenen Körpern toter Tiere muss umgehend verboten werden. Zudem sollten uns spätestens die Coronakrise und die aktuelle Vogelgrippe gelehrt haben, dass es verantwortungslos ist, die Leiche eines Vogels zum langsamen Verwesen aufzuhängen.“
„Vergrämungsmethoden“ mit toten Tieren sollten nach Auffassung von PETA von den Behörden untersagt werden, zumal hier auch eine Belästigung der Allgemeinheit gemäß § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes vorliegen könnte. Jedes Jahr werden in Deutschland über 100.000 Krähen getötet. Nennenswerte Ernteschäden sind wissenschaftlich nicht bewiesen und dienen bei der Hobbyjagd auf die Vögel meist als Vorwand. Bei einem ähnlichen Fall im Juli ordnete die Wormser Umweltbehörde an, dass die Tierkörper abgehängt werden müssen. [1]
Beispiel des Kantons Genf verdeutlicht: Jagd ist überflüssig
Anerkannte Wildbiologen bestätigen, dass die Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge regulieren sich wild lebende Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse selbst, beispielsweise durch die Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten [2]. Der Kanton Genf – in dem die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten ist – ist nur ein Beispiel dafür. Hier darf sich die Natur fast gänzlich selbst regulieren. Die Folge: eine hohe Artenvielfalt und gesunde, stabile Wildtierpopulationen.

Dieses und ein weiteres Foto können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.
