Dreiste Verbrauchertäuschung und Verharmlosung von Tierquälerei: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erhält PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ März

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Berlin / Stuttgart, 5. April 2023 – Lügengeschichte Tierzucht: PETA verleiht dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im März. Das BMEL fördert das Projekt „Erfolgsgeschichte Tierzucht“, hinter dem vor allem Vertreter der Schweine- und Rinderzuchtlobby stecken. [1] Mit dieser Image-Kampagne beteiligt sich das BMEL an der Verharmlosung von Tierquälerei und der Täuschung von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Das Projekt verharmlost das Leid von qualgezüchteten „Nutztieren“ und versucht über Missstände bei deren Haltung mithilfe freundlicher Tier-Comics hinwegzutäuschen. Unter anderem ist eine glückliche und mit ihren Ferkeln kuschelnde Schweinemama zu sehen. In Wahrheit befinden sich Mutterschweine meist in engen Kastenständen, in denen sie kaum Kontakt mit ihrem Nachwuchs aufnehmen können. Zuchtbedingt werden die Würfe immer größer, jedes Jahr werden Hunderttausende der kleinsten Schweinebabys sofort und oft ohne Betäubung getötet. [2]

„Sowohl die Texte als auch die Bilder auf der vom BMEL finanzierten Website ‚Erfolgsgeschichte Tierzucht’ zeigen die pure Verachtung gegenüber fühlendem Leben“, so Scarlett Treml, Agrarwissenschaftlerin bei PETA. „Mit jeder Leistungssteigerung nimmt auch kontinuierlich das Tierleid zu, das ist die Wahrheit über Qualzucht! Die Informationen vom BMEL zu klimafreundlichen Tierprodukten und sich wohlfühlenden Tieren sind Märchen. Mit dieser Kampagne wird über falsche, täuschende Darstellungen versucht, eine gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Qualzuchten zu erringen. Dafür verleihen wir dem BMEL den Negativpreis ‚Speziesismus des Monats’.“

Qualzucht: So leiden „Nutztiere“ wirklich 
Neben oft unerträglichen Haltungsbedingungen leiden „Nutztiere“ vor allem an den Folgen ihrer Überzüchtung: Qualgezüchtete Hühner müssen aufgrund der unnatürlich hohen Anzahl an gelegten Eiern meist mit mehrfach gebrochenem Brustbein leben. Kühe in der Milchindustrie sind oft abgemagert und haben verschiedenste Krankheiten, da sie auf eine möglichst hohe „Milchleistung“ gezüchtet werden. Schweine bringen unnatürlich viele Ferkel auf die Welt, wodurch viele Schweinekinder oft zu schwach sind und sterben.

PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“
PETA zeichnet seit September 2022 monatlich Personen, Unternehmen oder Produkte, die sich als besonders speziesistisch und tierfeindlich gezeigt haben, mit dem Negativpreis „Speziesismus des Monats“ aus. Nach einem Jahr wird für den skandalösesten Fall unter den bisherigen „Gewinnern“ der Titel „Speziesismus des Jahres“ verliehen, der in einer öffentlichen Abstimmung ermittelt wird. PETA möchte mit dem Preis die Gesellschaft für das Thema Speziesismus sensibilisieren und zum kritischen Reflektieren, Umdenken und tierfreundlichen Handeln anregen. Denn speziesistisches Denken schafft die Grundlage dafür, dass Tiere für menschliche Zwecke wie selbstverständlich benutzt, gequält und getötet werden.

Speziesismus – die Diskriminierung anderer Arten
Analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus beschreibt Speziesismus eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden und in sogenannte Haus- und Nutztiere unterteilt: So werden beispielsweise Hunde und Katzen liebevoll umsorgt, Schweine, Rinder und Hühner hingegen getötet und gegessen. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur „falschen“ Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft. Dabei können sie alle Freude und Leid empfinden und haben daher ein Interesse daran, zu leben und nicht verletzt zu werden. PETA vertritt eine anti-speziesistische Sichtweise und betont, dass diese Gemeinsamkeit aller empfindungsfähigen Lebewesen entscheidend ist, wenn es darum geht, wer moralische Rechte hat. Tiere haben dasselbe Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit wie Menschen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

[1] Förderverein Bioökonomieforschung e.V. (2023): ERFOLGSGESCHICHTE TIERZUCHT. Online abrufbar unter: https://zuchterfolge.de/ (05.04.2023)
[2] Deutschlandfunk Nova (2014): Schweinerei in deutschen Ställen. Online abrufbar unter: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/massentierhaltung-warum-so-viele-ferkel-get%C3%B6tet-werden (05.04.2023)

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Das BMEL erhält PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im März. / © PETA Deutschland e.V.

Das Motiv steht Ihnen für die redaktionelle Berichterstattung hier zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen:
PETA.de/Speziesismus-des-Monats
PETA.de/Definition-Speziesismus
PETA.de/Speziesismus-Sprache
PETA.de/Tierhaltung
PETA.de/Geflügelmafia
PETA.de/Milchindustrie-Lobby
PETA.de/Schweinezucht

Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]

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